Praktikum als Job-Chance für Menschen mit Behinderung. Martina Laber kümmert sich in der Thermenküche um die Reinigung.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 25. April 2019 (04:10)
Michael
Jobs für Menschen mit Behinderungen: Thermen-Resort-Geschäftsführer-Stellvertreter Reinhold Hofmann, Küchenchef Markus Frühwirth, Jobcoach Norbert Rathusky, AMS Mistelbach-Chefin Marianne Bauer, Verena Schindler von der Arbeitsassistenz der Caritas und Martina Laber an ihrem Arbeitsplatz.Pfabigan

Jobs hat sie schon mehrere gehabt. Aber bei noch keinem konnte sie zu Fuß zur Arbeit gehen, erzählt Martina Laber. Seit November arbeitet sie in der Küche des Thermenbuffets in der Therme Laa und kümmert sich darum, dass Töpfe und Küche blitzblank sind. Was für sie aber am meisten zählt: die freundlichen Kollegen, die Laber ins Herz geschlossen haben.

Die Laaerin ist ein Erfolgsbeispiel, wie Menschen mit Beeinträchtigungen über das AMS wieder in die Arbeitswelt integriert werden können. Denn bevor sie ihren Job bei der Therme Laa bekommen hat, absolvierte Martina Laber ein einmonatiges Arbeitstraining als Praktikum, das von der Arbeitsassistenz der Caritas eingefädelt worden war. Dass es mit der Anstellung dann so schnell geklappt hatte, war Zufall: In der Therme wurde ein Behindertenarbeitsplatz frei. Da Martina Laber bereits das Arbeitstraining hinter sich hatte und die Therme sie und ihre Arbeitsweise kannte, gab es da keine langen Diskussionen, erzählt Verena Schindler von der Arbeitsassistenz der Caritas.

Was fällt in den Arbeitsbereich von Laber? „Ich reinige das Geschirr, putze den Ofen und den Boden“, erzählt sie stolz: „Ich mach´ alles.“ „Eine Arbeit, die man nicht unterschätzen darf“, sagt Reinhold Hofmann, stellvertretender Geschäftsführer der Therme Laa: „Das hat mit viel Verantwortung zu tun, da muss der Hygieneplan eingehalten werden. Geschieht das nicht, kann das weitreichende Folgen haben.“

Grundsätzlich bietet das Thermenresort bis zu sechs Personen mit Beeinträchtigung einen Job: „Das ist unser Beitrag zur Gesellschaft“, sagt Hofmann. Wobei: Er selbst habe leicht reden: „Das steht und fällt damit, ob unsere Abteilungsleiter da mitziehen.“

Etwas, dass auch Caritas-Jobcoach Norbert Rathusky bestätigt: „Es ist vorbildhaft, wie hier mit Menschen umgegangen wird“. Er habe den Vergleich mit anderen Firmen: „Man merkt, wie schnell sich Menschen hier integrieren.“

Martina Laber ist in ihrem Job glücklich. Dass sie für einen Job in Hollabrunn sogar eine Stunde auf den passenden Bus warten musste, um wieder heimzukommen, will sie nicht mehr erleben. „In der Therme arbeiten, das ist Lebensqualität!“

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