Problemfall Nachtgastronomie: „Regeln nicht discofähig“. Die Disco Sachs muss weiter auf eine Öffnung warten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 19. Mai 2020 (16:18)
Discothekenbetreiber Peter Sachs: „Ich habe kein gutes Gefühl dabei, wenn es um den Saisonauftakt im September geht.“
zVg

„Wenn es nicht bald eine Lösung gibt, glaube ich nicht, dass ich im September noch einmal aufsperre!“ In drastischen Worten fasst Disco-Besitzer Peter Sachs aus Altlichtenwarth die Lage für Betreiber der sogenannten Nachtgastronomie zusammen: Denn während Wirtshäuser seit Freitag wieder aufsperren dürfen, müssen Diskotheken weiterhin gesperrt bleiben.

„Die Regelungen sind für uns eine Katastrophe“, sagt der Discobetreiber: „Mit dem Härtefonds soll ich bis September überleben. Auf das Geld der bereits von der Tourismusbank genehmigten Überbrückungsfinanzierung warte ich bis heute, die Abstandsregeln sind nicht discofähig und von den Steuererleichterungen auf alkoholfreie Getränke haben wir nur wenig.“ Nach der jetzigen Regelung wisse er nicht einmal, ob er ein Bacardi-Cola noch in einem Glas ausschenken darf oder ob er es mit zwei Rechnungsposten verbuchen müsse.

„Wir waren die Ersten, die schließen mussten, und sind die Letzten, die öffnen werden.“ Peter Sachs, Discothek Sachs, Altlichtenwarth

Was also tun? „Diskotheken kann man entweder nur zusperren oder aufsperren, dazwischen gibt es nichts“, ist Peter Sachs überzeugt. Beim Tanzen gebe es keine Abstandsregeln. „Ich glaube, dass es endlich Zeit wäre, die Sperren aufzuheben“, ist Peter Sachs überzeugt: „Ich tät´ ab August sofort aufsperren. Weil es keine Veranstaltungen den ganzen Sommer geben wird, gieren die Jungen auf die Disco wie der Hund auf den Knochen!“

Wirt glaubt nicht an Saisonopening

Ob das Saisonopening am 19. September auch stattfinden wird? „Ich hab kein gutes Gefühl dabei“, sagt Peter Sachs, zumindest hofft er, dass der 5. Dezember halten wird: „Da feiern wir unser 37-jähriges Jubiläum und haben auch schon einen internationalen Superstar gebucht“, sagt er. Bleibt die Nachtgastronomie geschlossen, glaubt Sachs nicht, dass bis September viele Lokale überleben werden: „Wir waren die Ersten, die schließen mussten, und sind die Letzten, die öffnen werden.“

Wie sieht er seine Zukunft? „Wir hoffen, dass wir es schaffen werden. Aber ich schlafe im Ungewissen.“ Nachsatz des Altlichtenwarther Discobesitzers: „Wenn ich überhaupt schlafen kann!“