Schulsportstätten für Vereine: „Hallen sind immer voll“. Schulen und Gemeinden sind für die Nutzung von Turnsälen durch Vereine.

Von Roxanna Schmit. Erstellt am 11. September 2019 (05:00)
Roxanna Schmit
Durch Vereine voll ausgebucht: die Sporthalle in Mistelbach. Und auch die drei Schulturnsäle von Mittel- und Volksschule sind nach Unterrichtsende voll. Besonders im Winter nutzen unter anderen Fußballvereine die Anlagen zum Training.

Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Riepl: "Haben ja keine Alternativen"

„Wir haben ja keine Alternativen“, sagt Thomas Riepl, Leiter des Tischtennisvereins in Asparn, der die Schulsporthalle Asparn für das Training verwendet. Bei einer Umfrage unter Direktoren und Bürgermeistern gaben diese an, dass Turnsäle in den Gemeinden ausgebucht seien und sich die Anzahl von Sportvereinen sowie deren Mitglieder vervielfache.

Nach den Ergebnissen einer Umfrage der Sportunion gibt es viel Nachfrage von den Sportvereinen, die Schulsportstätten zu nutzen. Laut Union könnten Vereine so auch mehr Angebote machen.

Auch im Bezirk Mistelbach zeigt sich die große Nachfrage: „Der Turnsaal ist von Montag bis Freitag ausgebucht“, erklärt Hannes Keintzel, Leiter des Schulzentrums in Asparn. Dem stimmt auch Asparn-Bürgermeister Manfred Meixner zu: „Die Hallen werden sehr stark genutzt, aber so soll es auch sein.“ Alle Sportvereine der jeweiligen Gemeinde können Schulsporthallen nutzen, erklärt Kreuzstettens Vizebürgermeister Johannes Freudhofmaier. „Es ist doch klar, dass die Sportvereine die Schulsporthallen verwenden dürfen“, sagt Mistelbachs Sportstadtrat Florian Ladengruber.

Der Grund dafür ist unter anderem laut Freudhofmaier: „Sonst stehen die Hallen ungenutzt leer. Bewegung gibt es ohnehin zu wenig, deswegen sollte man es der Bevölkerung ermöglichen.“ So auch Kurt Jantschitsch, Direktor der NMS Gaweinstal: „Es gibt zu wenig Bewegung, deswegen sind wir dankbar für jede Aktion.“

Die meisten Gemeinden sind sich einig, dass die Säle immer ausgebucht sind. Laas Bürgermeisterin und Weinviertel-Bildungsmanagerin Brigitte Ribisch betont: „Es ist eine gut gewachsene Struktur, die funktioniert.“

Kapazitäten sind knapp

Aber: Die Kapazitäten sind knapp: „Im Winter wird es schwieriger, da die Fußballvereine auch die Halle brauchen“, meint die Direktorin der NMS Poysdorf, Renate Schodl. Da sind alle Zeitslots ausgebucht.

Ein ähnliches Problem hat der Basketballsportverein in Mistelbach. „Der Verein ist ständig am Wachsen und die Hallen reichen im Endeffekt nicht. Es gibt nur eine Lösung: Über einen weiteren Hallenbau nachdenken“, sagt Martin Weissenböck, Leiter des Basketballvereins Mistelbach, in einem NÖN-Gespräch.  So sieht das auch Ladengruber: „Die Vereine werden Gott sei Dank immer mehr, wenn die Entwicklung so weitergeht, muss man sich überlegen, ob man da Kapazitäten erweitert.“

Weissenböck äußerte den Wunsch nach zusätzlichen Terminen, die momentan - aufgrund der ausgebuchten Sporthallen - nicht möglich sind. Dazu sagte Bürgermeister Alfred Pohl: „Sportstätten kann man nicht genug haben, aber die Finanzierbarkeit ist sicher nicht gegeben.“ Bis dahin werden die Terminvergaben zwischen den Vereinen und den Sporthallen geregelt.

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