Arbeiterkammer Mistelbach: „War turbulente Zeit“. Arbeiterkammer musste in der Coronakrise ihre Beratungdeutlich flexibler gestalten.

Von Carmen Gmeinböck. Erstellt am 05. März 2021 (04:27)
Zogen Bilanz über die Leistungen der Arbeiterkammer im Jahr 2020: Arbeiterkammerrat Peter Schaludek und Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer.
Carmen Gmeinböck

In der AK Mistelbach hat man vor gut einem Jahr an der Tür eine Glocke angebracht. Der Grund: Nicht alle Beratungen können trotz Coronapandemie und entsprechendem Abstandhalten als Email-Beratung abgewickelt werden. Denn nicht immer war wegen des arbeitstechnischen Schichtbetriebes der Empfang besetzt.

Aus rechtlichen Gründen kann diese Form von Beratung nämlich auch besonders komplex werden, und die rechtlich bindenden Informationen sind nicht auf alle Einzelfälle anwendbar. Der Großteil der Beratungen wurde jedoch auf virtuell umgestellt, und auch die Website der AK wurde vermehrt nachgefragt, die Zugriffszahlen stiegen deutlich..

Das Jahr 2020 war für die Bezirksstellen der Arbeiterkammer Niederösterreich sehr fordernd. Durch die Coronakrise und die damit verbundenen Kurzarbeitsregelungen, aber auch durch Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und Kündigungen war die Expertise der Mitarbeiter der AK bei den Mitgliedern noch mehr als sonst gefragt. „Besonders in den ersten beiden Monaten der Krise standen nahezu alle Anrufe bei der Arbeitsrechtsabteilung der AK Niederösterreich in Zusammenhang mit Corona“, so AK-Kammerrat Peter Schaludek. „Ging es in der ersten Phase in erster Linie um Beendigungen von Arbeitsverhältnissen, verschob sich nach Einführung des von den Sozialpartnern ausgearbeiteten Kurzarbeitsmodells der Fokus der Fragestellungen zu Abrechnungsmodalitäten. Vor allem die Höhe des zu erwartenden Einkommensverlusts trat jetzt in den Mittelpunkt des Interesses der Mitglieder“.

Rückblickend war das Jahr 2020 eine herausfordernde Zeit für die AK-Experten, die ihren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite standen. Die gesamte Belegschaft musste den Umgang mit Zoom und Teams innerhalb kürzester Zeit erlernen - und das bei einem enorm gestiegenen Informationsbedürfnis in einer noch nie erlebten Situation. „Oftmals überschlugen sich die Ereignisse, Anrufe von Mitgliedern liefen zeitgleich zu im Fernsehen übertragenen Pressekonferenzen der Regierung ein“, erinnert sich Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer an diese turbulente Zeit zurück, als sich Informationen immer wieder änderten.  „Wir hatten außerdem extrem viele Kurzarbeit-Gehaltsabrechnungen zu kontrollieren. In vielen Fällen wurden den Arbeitnehmern Löhne und Gehälter vorenthalten“. Insgesamt konnten so über 1 Mio. Euro erstritten werden.

Weniger Kammerumlage durch Arbeitslosigkeit

Und es herrsche eine extrem hohe Arbeitslosigkeit, die AK-Umlage sei um ein Drittel eingebrochen und alle geplanten Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Aktuell wären Beratungen wichtiger als Großveranstaltungen, die sehr kostenintensiv seien.