Erstellt am 11. Juli 2018, 05:22

von Michael Pfabigan

29 Pferde sollen Oase verlassen. Verein fürchtet um Einnahmequellen und seine Zukunft.

Laut Behörde brauchen der Noriker Olli und das Mini-Shetland-Pony Amadeus die gleiche Stellplatz-Fläche von sechs Quadratmetern. Michaela Herites, im Bild mit Pascal Nadler, versteht diese Gesetzesauslegung nicht.  |  Michael Pfabigan

Der Tierbestand auf der Pferdeoase, einer Offenstall-Reitanlage am Ortsrand Ebendorfs, muss nach Vorgabe der Bezirkshauptmannschaft um 29 Tiere reduziert werden.

„Wir wollen damit verhindern, dass sich die Vorfälle des letzten Winters wiederholen“, sagt Bezirkshauptfrau Gerlinde Draxler. Im Jänner 2018 waren die Tiere wochenlang im mit Urin und Kot vermischten Schlamm gestanden, das habe die Tiere krank gemacht. Sagt zumindest die Staatsanwaltschaft in einem laufenden Verfahren vor dem Landesgericht.

„Sie lassen uns Ställe aufstellen für Tiere, die wir eh wieder abgeben müssen!“Michaela Herites, Betreiberin Pferdeoase

Parallel dazu handelte die Veterinärabteilung der BH und verfügte nach einer Begehung der Anlage durch die beiden Amtsärzte des Bezirks am 7. Juni, bei der die Auflagen aus einem Bescheid vom Februar kontrolliert wurden, dass der Tierbestand ab sofort reduziert werden muss. „Leider erkennen wir bislang keine wesentlichen Bestrebungen“, sagt Draxler.

Michaela Herites, Betreiberin der Pferdeoase, sieht das nicht so. Sie steht vor mehreren Problemen: Nach dem neuen Tierschutzgesetz kann man Pferde nicht mehr so einfach via Internetplattformen verkaufen: „Bei willhaben.at sind wir rausgeflogen, weil wir die nötigen Papiere nicht haben“, schildert Herites: „Als wir bei Amtstierarzt Cenker angerufen und um diese gebeten haben, hat der nur gemeint, es würden eh alle Tiere wegkommen“, klagt sie über fehlenden Kommunikationswillen der Behörde.

Warum eigentlich die Reduktion?

Nächstes Problem: Auf der Pferdeoase sind sehr viele Gnadenhof-Tiere. „Wer will die schon haben“, sagt Herites, die Draxlers Kritik, es sei der Tierbestand nicht reduziert worden, nicht gelten lassen will: „Wir haben heuer schon um 24 Tiere reduziert. Alleine seit Juli haben wir zwei weniger.“ Und sie fürchtet durch die Reduktionen um den Bestand der Pferdeoase: „Wenn wir weiter Tiere reduzieren, müssen wir Pferde nehmen, die für den Vereinsbetrieb verwendet werden und für die es Paten gibt“, sagt Herites. Werden Tiere mit Patenschaften abgegeben, dann fehlen dem Verein die Einnahmen.

Warum eigentlich die Reduktion? Weil laut Berechnung der Amtstierärztin Unterstellflächen fehlen, was Herites bestreitet: Einerseits würde die BH bei den Ställen mit runder Form nicht die Bodenfläche, sondern die Fläche auf halber Höhe berechnen, andererseits gehe die Amtstierärztin von gleicher Stellfläche für jedes Pferd, unabhängig von der Größe, aus. Aber auch so gerechnet, habe die Pferdeoase mittlerweile genügend Unterstände: „Sie lassen uns Ställe aufstellen für Tiere, die wir eh wieder abgeben müssen!“, ärgert sich Michaela Herites.