Alle Vorwürfe widerlegt

Erstellt am 28. Juli 2015 | 08:53
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Foto: NOEN, Valerie Schmid
Ein erneuter Lokalaugenschein auf der Pferdeoase, diesmal in Begleitung des Veterinärgutachters Reinhard Kaun, bringt Klarheit im Fall „Pferdeoase“.

„Seit 30 Jahren bin ich Gerichtsmediziner. Ich hasse nichts mehr als ungerechtfertigte Vorwürfe in Bezug auf heikle Themen. Und der Vorwurf von ‚Animal Hoarding‘ ist ein heikles Thema“, so sprach Reinhard Kaun.

Der erfahrene Gerichtsveterinärmediziner und Universitäts-Lektor für klinische und forensische Veterinärmedizin, hatte angeboten, bei der Pferdeoase ein Gutachten zu erstellen, das der NÖN und ihren Lesern ermögliche, sich eine klare Vorstellung von den „wenig substanziellen“ Vorwürfen zu machen. Kaun kam weder im Auftrag irgendeiner Organisation, noch verlangte er Honorar, noch ging er voreingenommen an die Untersuchung heran.

Mit sichtlicher Erfahrung, Professionalität und wortgewandten Ansagen erkundete er die Lage. Durch intensive und sehr genaue Fragen versuchte Gutachter Kaun, sich ein vollständiges Bild von dem von Michaela Herites geleiteten Pferdehof zu machen – und die Hintergründe des Konflikts zu verstehen.

Pferde wurden inspiziert

Währenddessen sah er sich so gut wie jeden Fleck der acht Hektar großen Fläche an und auch die Pferde entgingen seinen Argusaugen nicht. Die Hufe der Pferde wurden inspiziert und auch mit den Betreuern wechselte er ein paar Worte.

In seiner anschließenden Expertise betont Kaun, dass „keine einzige, der für den Tatbestand des ‚Animal Hoardings‘ gestellten, Grundanforderungen nachgewiesen werden konnte“. Des Weiteren sprach er das Motiv des nicht lockerlassen wollenden „Animal Spirit“ Leiters Franz-Joseph Plank an: „Es bestätigte sich meine Vermutung, dass hinter den Beschuldigungen eine offene Rechnung aus früherer Zeit steckt, als man noch in Frieden zusammengearbeitet hatte.“

Auch Herites sprach die langjährige Zusammenarbeit mit Plank an, mit dem sie zusammen Fohlen vom Schlachter gerettet, sich aber aufgrund von Meinungsverschiedenheiten entzweit hatte. Seitdem soll er der Pferdeoase mit Vorwürfen und Klagen drohen.

Kaun: Kein Pferdehof wie der andere 

Jedoch hob Reinhard Kaun hervor, dass der Stall sich „erheblich von anderen Pferde haltenden Betrieben unterscheidet: Den Pferden werden keine sportlichen Leistungen abverlangt, weshalb dort keine bemuskelten ‚Athleten’ stehen, sondern auch dünne, alte oder kranke Pferde anzutreffen sind. „Auch den Sprung über einen hohen Oxer oder die Piaffe wird man vergeblich suchen.“ Darin begründet sich der etwas andere Anblick als der, den Besucher von anderen Reitställen gewohnt sind.

Genauso liegt das Ziel des Stalls nicht in der Leistung, sondern in der Harmonie zwischen Mensch und Tier. Das zeigte sich auch an der liebevollen Verarztung von Kauns Hund „Conte“: Das Tier war während des Besuches von einer Wespe gestochen worden.

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