Heuer kaum Marillen: Poysdorfer Obstbauer berichtet. Obstbauer Schreiber berichtet von bis zu 95 Prozent erfrorenen Blüten. Maßnahmen gegen den Frost waren nicht möglich.

Von Werner Kraus. Erstellt am 07. April 2020 (15:13)
Die Weinviertler Obstbauern trifft der Frost der letzten beiden Wochen stark.: Robert Schreiber, Dominik Schreiber.
Werner Kraus

„In den vergangenen zwei Wochen gab es insgesamt sieben Nächte mit Temperaturen unter minus fünf Grad und Tiefsttemperaturen bei minus 10,8 Grad“, berichtet der Poysdorfer Obstbaumeister Robert Schreiber. An einigen Tagen verzeichnete der Betrieb bereits am Abend Temperaturen unter null Grad an allen 20 Wetterstationen.

So war auch die Zeitspanne viel zu groß, um Maßnahmen wie das Beheizen einsetzen zu können. Die meisten Betriebe die hier eingegriffen haben, müssen mit einem noch größeren wirtschaftlichen Schaden rechnen: Die Heizkerzen sind sehr teuer und können in ein oder zwei Nächten bis zu 10.000 Euro verheizen.

Schäden in Poysdorf mittlerweile bei allen Früchten

„Die Blüte war traumhaft, die ersten Frostnächte haben wir mit einem blauen Auge überstanden“, berichtet Marillenbauer Wolfgang Hackl aus Atzelsdorf: „Aber die folgenden Frostnächte haben dann kaum eine Marille übrig gelassen!“ Bei unter -5 Grad würden auch keine Schutzmaßnahmen mehr helfen, sagt ein zerknischter Hackl.

Mittlerweile sind auch in Poysdorf bei allen Früchten Schäden zu vermelden, sagt Schreiber. Egal, ob bei Marille, Birnen, Äpfel, Pfirsich oder Kirsche. Egal, ob es Früchte waren, die bereits in der Blüte standen oder Apfelbäume, dessen Blütenknospen noch geschlossen waren.

Von Kollegen aus ganz Niederösterreich und der Steiermark wird von einem ähnlichen Bild berichtet. „Jeder Ast hat vereinzelt noch gesunde Knospen. Wir werden also für den Ab-Hof-Verkauf unsere Früchte aufgrund der großen Flächen zusammenbringen“, erzählt Schreiber. Für mehr als regionale Obstlieferung dürfte es heuer aber nicht reichen.