Trockenheit schlägt in der Landwirtschaft zu. Aufgrund des milden Winters und der Trockenheit drohen große Ausfälle.

Von Werner Kraus. Erstellt am 12. Mai 2020 (15:28)
Ohne Wasser können Pflanzen nicht wachsen. Die Landwirtschaft wartet auf den heiß ersehnten Regen. Im Bild:Bezirksbauernkammerobmann Roman Bayer.
Werner Kraus

Das dritte Jahr in Folge Frühjahrstrockenheit, gepaart mit milden Wintern und wenig Winterfeuchte: So stellen sich die widrigen Bedingungen für die Landwirte derzeit dar. Bezirksbauernkammerobmann Roman Bayer aus Falkenstein bereitet das Sorgen, denn Regen ist erst ab zehn Millimetern pflanzenwirksam. Seit Herbst haben Feldfrüchte somit eigentlich keinen nennenswerten Regen erhalten.

Durch die milden Winter und das warme Wetter im Frühjahr wächst zudem der Schädlingsdruck: Der Rüsselkäfer vernichtete so manche Rübenernte, während der Erdfloh für die Verschleppung der Krankheiten von Pflanze zu Pflanze sorgt. „Durch die massiven Einschränkungen beim Pflanzenschutz haben wir kaum eine Handhabe gegen die massenhaft auftretenden Schädlinge“, erklärt Bayer.

„Bei Sommerkulturen gibt es derzeit bereits 50 Prozent Ausfall, bei der Winterfrucht aber auch rund ein Drittel.“ Roman Bayer, Bezirksbauernkammerobmann

Problematisch sei vor allem die Verteilung des Niederschlages von insgesamt 450 bis 500 Millimetern pro Jahr: „Wir brauchen im Frühjahr Regen, um Pflanzen aufgehen zu lassen. Bei Sommerkulturen gibt es derzeit bereits 50 Prozent Ausfall, bei der Winterfrucht aber auch rund ein Drittel“, betont Bayer.

Die Landwirte hätten in den letzten Jahren aber ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht: Es wurden die Sorten so weit wie möglich auf trockenresistent umgestellt und die Bodenbearbeitung im Frühjahr verringert, um die Feuchte im Boden zu halten. Bei totaler Trockenheit versagen aber auch diese Maßnahmen. Ein geplantes Projekt zur Bewässerung der Äcker mit Wasser aus der Donau könnte langfristig helfen, stellt aber kurzfristig keine Lösung dar.

Die Einlagerung von Nährstoffen funktioniert durch die Trockenheit ebenfalls nicht und so gibt es speziell beim Weizen Ertrags- und Qualitätseinbußen. Ein Umschwenken auf andere Kulturen ist jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn der entsprechende Markt muss vorhanden sein. „Wir sind europaweit für die hohe Weizenqualität bekannt“, sagt Bayer.

Der Tierzuchtbereich ist im Bezirk Mistelbach weniger ausgeprägt, aber „die Weidehalter jammern auch, dass die Futterflächen sehr schwach bestückt sind“, führt der Bauernkammerobmann aus. Bei den Dauerkulturen wie Wein und Obst gebe es in Sachen Trockenheit noch Reserven. „Hier wäre in den nächsten zwei bis drei Wochen ein nennenswerter Niederschlag erforderlich“, so Bayer.