Polit-Streit ums Hochwasser in Kronberg. SP sieht „Legalisierung von Schwarzbau“, VP spricht vom Reparieren eines Fehlers.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 25. April 2019 (11:04)
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Liegt das Areal des RC „Gut Kronberghof“ im Gebiet des hundertjährlichen Rußbach-Hochwassers oder nicht? Bürgermeister Bauer sagt Nein, SP-Gemeinderat Günther Leeb sagt Ja.Pfabigan

Streit um die Flächenwidmung entlang des Rußbaches: Nach Ansicht von SPÖ-Gemeinderat Günther Leeb versucht die Gemeinde einen Trick, um Schwarzbauten zu legalisieren. Bürgermeister Ernst Bauer (ÖVP) sieht hingegen nur eine Reparatur einer irrtümlichen Widmung.

Der Reitclub „Gut Kronberghof“ wurde in den 1970er-Jahren neben dem Rußbach errichtet, nach einigen Besitzerwechseln gehört er jetzt einem Großinvestor, der das Gut auch entsprechend ausbauen will. Das Problem: 2013 wurde die Grünzone entlang des Rußbaches erweitert, bis dahin war sie 50 Meter links und rechts des Baches verlaufen. „Irrtümlich, das ist weder uns noch dem Liegenschaftsbesitzer aufgefallen“, sagt Bauer. Das soll unter anderem jetzt wieder korrigiert werden.

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Günther Leeb (SPÖ): Damit sollen Schwarzbauten legalisiert werden.

„Ein Teil der beabsichtigten Änderung betrifft auch eine 2016 ohne Bewilligung errichtete Reithalle. Diese Fläche soll von Grünland-Landwirtschaft auf Bauland-Sondergebiet-Reitbetrieb umgewidmet werden“, sagt Leeb. Der Schwarzbau solle damit legalisiert werden.

„Kommt diese Umwidmung, wie geplant, können die Bauwerke so stehenbleiben“, bestätigt Bauer. Allerdings gibt es noch einen vom Landesverwaltungsgericht NÖ bestätigten Abrissbescheid. Grundsätzlich ist es ein in diesem Bereich geeigneter Reitbetrieb, mit der Änderung der Flächenwidmung wolle man nur den Fehler von 2013 korrigieren und den Bestand von davor wieder legalisieren. „Dass da ohne Genehmigung gebaut wurde, ist aber nicht in Ordnung“, sagt Bauer.

Was für Leeb noch mehr gegen die geplante Umwidmung spricht, ist, dass das Gebiet laut seinen Unterlagen im Abflussbereich eines hundertjährliches Hochwassers liegt: „Wer haftet für Schäden, wenn wir da eine Bebauung zulassen?“, fragt er polemisch.

O. Semrad
Bürgermeister Ernst Bauer (ÖVP): Wir korrigieren nur einen Fehler, der 2013 geschehen ist.

Alles kein Problem, weil das Gebiet laut Auskunft beim Land eben nicht im HW100-Gebiet liegt, kontert Bauer: „Sonst würden wir das ja nicht machen.“ An das letzte hundertjährige Hochwasser in diesem Bereich könnten sich maximal die Älteren erinnern: „Damals war der Rußbach noch unreguliert“, sagt Bauer. Die Änderung des Flächenwidmungsplanes liegt derzeit bei der Gemeinde auf und kann von jedem eingesehen und mit Stellungnahmen versehen werden, bevor er im Gemeinderat behandelt wird.