Mahnwache für Asyl in Wolkersdorf. Gemeinderat stimmte gegen Flüchtlingsresolution. Protest vor Rathaus.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 15. April 2021 (03:35)
Teilnehmer der Protestaktion in Wolkersdorf schrieben ihre persönliche Nachricht auf eine Tafel. Die Fotos wurden auf Instagram unter
we4moria.wolkersdorf geteilt. 
zVg

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde eine Resolution, zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria, unter dem Titel „Wolkersdorf hat Platz“ abgelehnt.
Der Grund: Die Stadtregierung hat sich einerseits geeinigt, keine Resolutionen aus der Bevölkerung an die Bundesregierung zu übermitteln. Andererseits verwies Bürgermeister Dominic Litzka (Team/Volkspartei) in der Sitzung darauf, dass sich der Gemeinderat in der Vergangenheit bereits per Beschluss dazu verpflichtet hat, Menschen in Not zu helfen.

Mandatar Erwin Mayer (WUI) argumentierte zudem, dass der Gemeinderat nicht wisse, was die Mehrheit der Wolkersdorfer von der Resolution hält (diese wurde mit 196 Unterschriften eingereicht). Mayer regte an, bei ausreichender Unterstützung, eine Bürgerbefragung zum Inhalt der Resolution durchzuführen.

Teilnehmer der Protestaktion in Wolkersdorf schrieben ihre persönliche Nachricht auf eine Tafel. Die Fotos wurden auf Instagram unter<br />we4moria.wolkersdorf geteilt. 
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Als Reaktion auf das Nein des Gemeinderates und auch, weil sich seit dem Wolkersdorfer „Protestcamp“ im Februar nichts an der Lage der Flüchtlinge geändert hat, organisieren die Flüchtlingshilfen Wolkersdorf und Pillichsdorf regelmäßige Mahnwachen für Moria vor dem Rathaus in Wolkersdorf. „Wir wollen, dass das Thema in den Köpfen der Menschen bleibt. Denn die Zustände in den Lagern sind, vor allem für Kinder, nach wie vor unzumutbar“, erläutert Anna Tiefenbacher, eine der Veranstalterinnen.

Mahnwache vor dem Wolkersdorfer Rathaus

An die 50 Personen nahmen an der ersten Mahnwache vergangenen Samstag teil und hörten erschreckende Berichte aus den Lagern: „Selbstmordgedanken bei Kindern und Jugendlichen gehören hier fast schon zum Alltag. Bei jedem Sturm brechen Zelte zusammen, bei jedem Regen steht das Camp unter Wasser“, war zu hören. Über das Ziel der Mahnwache sind sich die Teilnehmer daher einig: „Wir haben Platz in Österreich. Die Menschen müssen so schnell wie möglich evakuiert werden“, sagen sie.