Austausch ohne Zustimmung: Streit um Smart Meter

Erstellt am 24. November 2022 | 05:14
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Die Überwachungskamera des Frättingsdorfers zeichnete den Besuch des Netz NÖ-Mitarbeiters auf.
Foto: privat
NÖ Netz tausche in Frättingsdorf einen Stromzähler ohne Erlaubnis für Zutritt auf das Grundstück aus.

„Sowas darf es nicht geben“, ärgert sich ein Frättingsdorfer: Ohne seine Zustimmung hatte ein Mitarbeiter von Netz NÖ, der Infrastruktur-Tochter der EVN, sein Grundstück betreten und den alten Zähler durch einen Smart Meter ausgetauscht. Zudem hatte er bei der telefonisch bekannt gegeben, dass er das elektronische Gerät nicht haben will und er sich auch gerne vom Netzbetreiber deshalb klagen lassen will.

Am 14. November kam der Netz NÖ-Mitarbeiter trotzdem, ging aufs Grundstück und tauschte den Zähler, der sich in einem Schaltkasten an der Außenmauer des Hauses befindet. „Durch die Arbeiten wurde auch die Alarmanlage des Hauses und die Videoüberwachung für rund eine halbe Stunde unterbrochen“, ärgert sich der Frättingsdorfer, der Netz NÖ jetzt eine Frist zum Rückbau gesetzt hat, ansonsten gibt es eine Besitzstörungsanzeige gegen den Netzbetreiber, kündigt er an: „Diese Vorgangsweise ist ja fast schon kriminell!“

Bei Netz NÖ verweist man auf die Zustimmung zum Zählertausch durch die Vormieterin des Hauses am Tag des Zählertausches, der Vertrag mit dem Beschwerdeführer sei erst zwei Tage danach geschlossen worden.

„Stimmt nicht“, sagt der Frättingsdorfer: Er habe seinen Vertrag am 4. November im EVN-Büro in Mistelbach abgeschlossen, im Vertrag stehe „gilt ab sofort“, außerdem sei zu diesem Zeitpunkt die Vormieterin des Hauses bereits ausgezogen und deren Vertrag gekündigt gewesen: „Sonst hätte ich ja nicht meinen Vertrag für diesen Zähler abschließen können.“

Vormieterin gab die Erlaubnis zum Betreten

Ein Einwand, den Netz NÖ nicht gelten lässt: „Da uns die Vormieterin die Erlaubnis zum Betreten des Grundstückes erteilt hat, und wir uns den Zutritt zur Anlage somit nicht eigenmächtig verschafft haben, liegt auch keine Besitzstörung vor“, sagt Michael Kovarik.

Warum will er keinen Smart Meter? „Ich will diese Überwachung nicht, bei der jederzeit abgelesen werden kann, wie viel Strom ich wann verbrauche“, sagt der Frättingsdorfer. Außerdem glaubt er, dass die alten Ferraris-Zähler langlebiger waren, die Smart Meter rascher wieder ausgetauscht werden müssen.

Hier stellt Michael Kovarik von Netz NÖ klar: Man sei verpflichtet, die neuen Smart Meter einzubauen: „Unsere Kunden können die zentralen Funktionen des Smart Meters deaktivieren, es besteht aber kein Anspruch auf den Verbleib des alten Ferraris-Zählers.“

Der Frättingsdorfer zieht daraus seine Konsequenzen und zeigt Netz NÖ jetzt wegen unerlaubten Betretens seines Grundstücks an.