„Auf der grünen Wiese“ beim Schlossfestival Wilfersdorf. Vor dem Liechtensteinschloss wird heuer die Operette „Auf der grünen Wiese“ gespielt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 16. Juni 2019 (04:34)
Pfabigan
Buntes Bühnenbild: Regisseur Richard Schmetterer, die HauptdarstellerRoman Straka und Simone Niederer, musikalischer Leiter Gregor Sommer und Bühnenbildner Markus Olzinger.

Was passiert, wenn zwei Alphatierchen in einer Operette aufeinandertreffen? Die Antwort gibt´s in der Operette „Auf der grünen Wiese“, die heuer beim Schlossfestival Wilfersdorf vor dem Liechtensteinschloss gespielt wird.

Die Operette von V. Tolarski wiederentdeckt hat Intendant Gregor Sommer über zwei bekannte Lieder aus dem Werk. „Allerdings gab es nur eine deutsche Fassung, obwohl es in Wien uraufgeführt und von Fritz Löhner-Beda und Hugo Wiener bearbeitet wurde“, erzählt Sommer. „Die deutsche Fassung war aber schon sehr hanebüchen“, ergänzt Regisseur Richard Schmetterer. Also suchte man die verschollene österreichische Version.

„Wir wollten das österreichische Original spielen“, sagt Sommer. Der Verlag fand sie nicht, also recherchierte Sommer weiter, er und Schmetterer begannen parallel die deutsche Fassung zu bearbeiten. Als dann die Hugo-Wiener-Version auftauchte, wurden Teile in die bereits für Wilfersdorf erarbeitete Version eingearbeitet.

Warum gibt es eigentlich zwei Versionen? Die Operette wurde 1936 uraufgeführt. Nach dem Anschluss und der Arisierung des Kulturbetriebes in Österreich mussten die Spuren der beiden jüdischen Autoren Wiener und Löhner getilgt werden. Um es weiter spielbar zu machen, wurde es umgeschrieben.

Flotte Revue-Operette

Das Ergebnis: Eine flotte Revue-Operette rund um drei Paare in einem Landgut, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Bühnenbildner Markus Olzinger inszeniert das Schloss genau so: Möbel stehen auf dem Hof, ein Planschbecken und Gartenzwerge - der Shabby Chic geht so weit, dass sogar das Gras schon aus den Fenstern wächst.

Die Handlung: Eine amerikanische Erbin will das Landgut wieder auf Vordermann bringen und stößt beim lokalen Verwalter auf Gegenwehr. Hier beginnt der Kampf der Alphatierchen.

Wie kommt „Auf der grünen Wiese“ bei der Operetten-Fangemeinde an? „Der Vorverkauf läuft gut, fast wie bei Sissi im Vorjahr“, freut sich Sommer: „Wir haben mittlerweile eine treue Fangemeinde.“ Und die dürfen sich auf eine flotte Operette mit eingängigen Melodien und ein paar Ohrwürmern freuen. „Ich hab mich in die Melodien schon verliebt“, gesteht Hauptdarsteller Roman Straka.

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