Wirbel um unterschiedliche Wassergebühren. Das Wasser aus demselben Brunnen kostet in Gaweinstal 20 Cent mehr als in Pirawarth.

Von Johann Hochleithner. Erstellt am 18. April 2019 (04:20)
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Symbolbild

Die Wassergebührenerhöhung in Gaweinstal sorgt für Wirbel: Das Trinkwasser in Gaweinstal wird vom Wasserverband Bad Pirawarth – Gaweinstal vermarktet.

zVg
Bürgermeister Richard Schober (ÖVP): Unterschiedliche Wasserpreise durch Netzerhaltungskosten.

Gewonnen wird es in drei Brunnen von Gaweinstal und einem Brunnen von Bad Pirawarth. Jetzt wurden die Endverbraucherpreise erhöht. Die Gaweinstaler zahlen 1,55 Euro pro Kubikmeter (ohne Mehrwertsteuer). Dies ist eine Erhöhung des Wasserpreises von 24 Prozent, die letzte Erhöhung war im Jahr 2007. Dem gegenüber steht der Wasserbezugspreis in der Großgemeinde Bad Pirawarth von 1,35 Euro pro Kubikmeter (ohne Steuer).

Diese Differenz zwischen Gaweinstal und Bad Pirawarth stößt der SPÖ Gaweinstal sauer auf. „Im Budget sind die Mehraufwände, die vom Bürgermeister angeführt werden, für uns nicht ersichtlich“ sagt der Geschäftsführende Gemeinderat Herbert Muthenthaler (SPÖ) im NÖN-Gespräch. Dem stellt Bürgermeister Richard Schober (ÖVP) entgegen, dass der Rechnungsabschluss drei Wochen lang zur öffentlichen Einsichtnahme im Gemeindeamt aufgelegen sei. „Bei der Auflage des Rechnungsabschlusses ist auch eine Liste der Abschreibungen und Aufwendungen für die Wasserversorgung ersichtlich gewesen“, sagt Schober.

Die Kosten der Wasserversorgung für beide Großgemeinden sind zum Teil vom Wasserverband und zum Teil von den Gemeinden direkt zu tragen. So ist laut Auskunft des Obmanns des Wasserversorgungsverbandes Richard Schober der Bau und die Erhaltung der Ringleitung und der dazugehörigen Anlagen vom Wasserverband zu tragen. Der Bau und die Erhaltung der Transportleitung sowie dazugehöriger Anlagen sind aber von den Gemeinden zu tragen. Und im Gemeindegebiet von Gaweinstal sei das Leitungsnetz um einiges länger als in Bad-Pirawarth – Kollnbrunn und daher kostenintensiver, sagt Schober.

Johann Hochleithner
Herbert Muthenthaler (SPÖ): Gewinnentnahmen fließen nicht in die Wasserversorgung zurück.

Den Vorwurf von Muthenthaler, dass der erwirtschaftete Gewinn aus der Wasserversorgung für 2018 in Höhe von 170.000 Euro erstens zu hoch sei und nicht widmungsgemäß Verwendung finde, kann Schober nicht nachvollziehen. So müssten alle direkten und indirekten Aufwendungen für den Wasserleitungsbetrieb dem Gebührenhaushalt der Gemeinden angelastet werden. „Vielmehr werden die Kosten des Baues der Ringleitung von den Mitgliedsgemeinden getragen“, sagt Schober. Für die SPÖ ist eine Gewinnentnahme aus dem Wasserbereich von 70.000 € aus dem prognostizierten Gewinn nicht verständlich. Und diese Gewinnentnahme werde laut SPÖ nicht für die Instandhaltung und Erweiterung des Netzes verwendet.

In der jüngsten Sitzung des Prüfungsausschusses unter der Leitung der FPÖ wurde vorgeschlagen, dass vom erwirtschafteten Gewinn zweckgebundene Rücklagen gebildet werden sollten.