Misstrauen gegen Bürgermeister Rudolf Dötzl

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:25
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Rudolf Dötzl und Adolf Schmid
Bürgermeister Rudolf Dötzl, ÖVP (links) und Adolf Schmid, Fraktionsführer der SPÖ (rechts).
Foto: Gemeinde/privat
SPÖ-Klub Großharras fühlt sich von Bürgermeister Rudolf Dötzl (ÖVP) nicht informiert. Dadurch sei finanzieller Schaden entstanden.

 Die Gemeinde Großharras erhielt vorige Woche vom SPÖ-Klub Großharras einen eingeschriebenen Brief, der an den Vizebürgermeister adressiert war. Der Inhalt: ein Misstrauensantrag gegen den amtierenden Bürgermeister Rudolf Dötzl (ÖVP).

Als Begründung wird eine Abstimmung bei der letzten Gemeinderatssitzung angeführt. Dabei wurde in einem von Bürgermeister Dötzl eingebrachten Dringlichkeitsantrag über den Verkauf der Liegenschaft des ehemaligen Lagerhauses in Großharras an die Kammersdorfer Firma Heinzl Group abgestimmt und mehrheitlich auch mit den Stimmen der SPÖ beschlossen.

Nun stellte sich heraus, dass der Bürgermeister dem Gemeinderat diesbezüglich aber erhebliche Informationen vorenthalten haben soll. „Dadurch ist der Gemeinde ein potenzieller Schaden entstanden und wir sehen dies als massiven Vertrauensbruch zwischen Bürgermeister und den Gemeinderäten“, erklärt SPÖ Fraktionsführer Adolf Schmid.

Leitner: „Bürgermeister hat mich vertröstet“

Rudolf Leitner, Seniorchef des Großharraser Installationsbetriebes LHT, ist von der Vorgehensweise des Bürgermeisters sehr enttäuscht, wie er auf Nachfrage betont. Noch im Dezember hat er ein Schreiben verfasst und der Großharraser Bevölkerung zukommen lassen. Darin schreibt er, dass er bereits vor Monaten bei einem offiziellen Termin das Gespräch mit Dötzl gesucht habe und dabei Interesse am Ankauf der Liegenschaft des ehemaligen Lagerhauses zeigte.

„Der Bürgermeister hat mich vertröstet und ein weiteres Gespräch in den nächsten 14 Tagen in Aussicht gestellt. Dazu ist es aber bis heute nicht gekommen“, berichtet Leitner weiter. Außerdem stellt sich Leitner die Frage, ob der Verkauf mit einer derartigen Summe genau geprüft und überlegt wurde, denn möglicherweise hätten mehr als zwei Bieter Interesse gezeigt, ist er überzeugt.

Bürgermeister Rudolf Dötzl bestätigt zwar das Gespräch mit Rudolf Leitner, aber über einen möglichen Kauf des Lagerhausareals sei nicht gesprochen worden. Außerdem weist er alle genannten Vorwürfe und den Misstrauensantrag zurück, denn er habe korrekt gehandelt. Finanziellen Schaden, der der Gemeinde entstanden sein soll, kann er nicht erkennen: „Wir haben das Areal um 340.000 gekauft und nun sogar um 500.000 weiterverkauft“, berichtet er.

In der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung, die Vizebürgermeister Hannes Wild (ÖVP) leiten wird, muss sich der Gemeinderat mit diesem Misstrauensantrag befassen.