Ladendorf

Erstellt am 13. September 2018, 04:00

von Elisabeth Vyvadil

„Landwirte werden gern zu Sündenböcken gemacht“. Mit seinem Antrag zum Hochwasser eckte Grünen-Gemeinderat David Kien bei der ÖVP an. Landwirte fühlen sich zu Unrecht für Situation verantwortlich gemacht.

VP-Gemeinderätin und Landwirtin Regina Feilhammer (links). Grüne-Gemeinderat und Antragsteller David Kien (rechts).  |  Vyvadil

In der letzten Gemeinderatssitzung gab es von Grüne-Gemeinderat David Kien einen Antrag zum Tagesordnungspunkt „Rückhaltebecken Markusweg“, der für Zündstoff sorgte.

Die Gemeinde solle ein angemessenes Budget für langfristige Maßnahmen zum Wasserrückhalt, zur Planung des Wasserhaushaltes in der Region bereitstellen. Dazu gehöre auch das Ausarbeiten von Regelungen für den landwirtschaftlichen Anbau in Risikogebieten. In den letzten Jahren hätten sich Überschwemmungsereignisse in Ladendorf und im Weinviertel gehäuft.

Ursache sei unter anderem großflächiger Anbau bestimmter Ackerfrüchte, die zu hohem Oberflächenwasserablauf führen, ohne Rücksicht auf etwaige Risiken für das Gemeinwohl. Der Hinweis betreffend Anbauweise (längs anstelle von quer zum Hang, kein Fruchtwechsel im Hang, keine standortgemäße Bewirtschaftung) gab Anstoß für die Diskussion. Ein paar Gemeinderäte sahen Kiens Argumentation als Angriff, auch wenn er beteuerte, dass dies nicht stimme, so auch VP-Gemeinderätin und Landwirtin Regina Feilhammer.

Feilhammer: "Der Buhmann der Gesellschaft"

Landwirte stünden vor vielen Herausforderungen: Die vorgeschriebene Fruchtfolge sei ein zentraler Punkt. Eine Zwischenbegrünung ist vorgeschrieben. Generell müsse man sich an viele Regelungen halten. „Landwirte werden gern zum Sündenbock gemacht, wir sind der Buhmann der Gesellschaft“, so Feilhammer.

Grundsätzlich sei sie Kiens Meinung, dass Maßnahmen getroffen werden müssten, aber in diesem Bereich seien seine Forderungen nicht machbar. Kien betont, dass das Hochwasserproblem eine Kombination vieler Faktoren sei, ein Rückhaltebecken sei für ihn nur eine Notmaßnahme. „Man muss sich gemeinsam etwas überlegen, nachhaltige Maßnahmen umsetzen“, fordert er.

Es ginge nicht darum, Bauern Schuld zu geben. „Wenn hier Fehler passieren, werden sie nicht absichtlich gemacht. Aber leider sind einige Landwirte empfindlich, wenig diskussionsbereit“, meint Kien. Abschwemmungen von Feldern spielen für ihn in Sachen Hochwasser eine große Rolle, das würden auch FF-Leute bestätigen. Für Kien ist klar: Die Uneinsichtigkeit mancher Bauern trifft Dritte. „Das darf nicht auf Freiwillige oder Bürger abgewälzt werden.“

Nach einem Vorschlag von VP-Bürgermeister Thomas Ludwig wies man den Antrag nach einer Abstimmung dem Umweltausschuss zu.