Clown statt Parteichef: „Enrico ist mein Vorbild“. Hansi Hager macht jetzt die Ausbildung zum therapeutischen, professionellen Clown.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 21. August 2019 (05:23)
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Beppino, wie sich Johann Hager in seiner „zweiten Haut“ nennt, macht jetzt eine zweijährige Ausbildung zum Gesundheitsclown, denn er bringt Kinder, Kranke und Menschen mit besonderen Bedürfnissen gerne zum Lachen.

Johann Hager ist vielen Menschen im Weinviertel als ehemaliger Vorsitzender der Wilfersdorfer Sozialdemokraten ein Begriff. Letztes Jahr, im November, hatte für diese Funktion nicht mehr kandidiert. Er ist aber weiterhin als Geschäftsführender Gemeinderat (Gesundheit, Schule) in der Großgemeinde tätig. Jetzt bleibt endlich mehr Zeit für sein liebstes Hobby, als Clown aufzutreten. „Es ist schön, Menschen zum Lachen zu bringen, sie den Alltag vergessen zu lassen und Freude zu bereiten.“

Begonnen hat das Ganze für den hauptberuflichen Feuerwehrmann vor etwa 15 Jahren, als es um die Organisation eines Betriebsfestes für die Kinder der Arbeitskollegen ging. „Hansi, du machst den Clown“, hieß es damals.

Dieser erste Auftritt hatte ihm so viel Spaß gemacht und ist so gut gelungen, dass immer mehr daraus wurde. Dabei war Fernsehclown „Enrico“, der ihn in seiner Kindheit begeistert hatte, sein bewundertes Vorbild. Zahlreiche Auftritte bei diversen Feiern und Festen folgten fast zwangsläufig. „Beppino mit seinem unsichtbaren Hund Waldi“, wie er sich inzwischen nennt, ist längst ein Begriff.

„Es ist schön, Menschen zum Lachen zu bringen, sie den Alltag vergessen zu lassen und Freude zu bereiten.“Johann Hager, Ex-Partei-Chef und Clown

Doch es wäre nicht Johann Hager, wenn er nicht mehr wollte. Jetzt, wo endlich mehr private Zeit bleibt, möchte Hager sich zum Gesundheitsclown ausbilden lassen. Das ist mit Zeugnis und Zertifikat aber nur in Deutschland, in Konstanz, möglich, dauert zwei Jahre und verursacht Kosten von etwa 10.000 Euro (Kursgebühren, Anreisen und Aufenthalte). Doch genommen wird nur, wer ein entsprechendes Casting in München besteht. Diese Hürde hat Hager nun erfolgreich genommen.

Im ersten Jahr werden die Grundkenntnisse des Clowntheaters erworben (fünf Module). Das zweiten Jahr (14 Module) endet mit der Abschlussprüfung, die für den Einsatz als Gesundheitsclown notwendig ist.

Die Grundkenntnisse in der Clownerie hat „Beppino“, wie er sich in seiner zweiten Haut nennt, in Wien im Theater „Ole“ in Wien-Landstraße in der Barmherzigen Gasse bei Verena Vondrak und Hubertus Zorell erworben. Auch hier besucht er weitere Workshops und wer gerne lacht, kann ihn am 5. Dezember dort erleben.