Bald kein Arzt in Gemeinde?. Für Arzt naht die Pension, Bürgermeister will Nichtbesetzung der Praxis vermeiden.

Von Gerhard Brey. Update am 20. Februar 2019 (05:00)
Gerhard Brey
In ein paar Jahren wird ein neuer Allgemeinmediziner in Hausbrunn notwendig sein, da der bisherige Hausarzt dann in Pension sein wird. Bürgermeister Johann Fürmann wünscht sich vereinfachte und nahtlose Übergangsmodalitäten, was derzeit offenbar nicht möglich erscheint.

Bürgermeister Johann Fürmann (SPÖ) macht sich schon heute Sorgen, wie das wohl mit der Hausarztpraxis in der Gemeinde in ein paar Jahren weitergeht.

Die Fakten: Schon vor Jahren hat der Vorgänger von Fürmann, Bürgermeister Johann Ruth, alles daran gesetzt, dass eine Hausarztpraxis barrierefrei und mit Hausapotheke der Gemeinde erhalten bleibt. Der Standort soll auch für die Zukunft gesichert sein.

„Schlechte Erfahrungen in den letzten Jahren, wie etwa in Großkrut, zwingen zu ernsten Überlegungen.“Johann Fürmann, Bürgermeister Hausbrunn

Mit Günther Partl jun. war auch der geeignete Nachfolger vorhanden und die Stelle leicht zu besetzen. 2017 hatte dann Doktor Partl als „Gemeindearzt“ das Pensionsalter erreicht. Doch die Gemeinde hat mit ihm einen Werkvertrag geschlossen. Somit wurden die Dienstleistungen eines „Gemeindearztes“ im Ort weiterhin nahtlos geboten, da er als Allgemeinmediziner weiter praktizierte.

Doch nun naht das volle Pensionsdasein des Arztes, der zumindest noch so lange praktizieren möchte, bis seine Frau und Assistentin in der Praxis ihrerseits das Pensionsalter erreicht hat. Das wird in ein paar Jahren sein.

zVg
„Ein Hausarzt vor Ort gehört zur Lebensqualität im ländlichen Raum“, so Fürmann.

Bürgermeister Fürmann kennt die Probleme: „Schlechte Erfahrungen in den letzten Jahren, wie etwa die Nachbesetzung der Kassenstelle in Großkrut, wo ein Nachfolger vorgesehen und eingeschult war, zwingen zu ernsten Überlegungen. Zum Zuge kam in Großkrut – nach viel Wirbel in der Bevölkerung und vielem Hin und Her - ein von der Ärztekammer und Sozialversicherung besser gereihter Bewerber. Ebenso verzweifelt war die Suche nach einem Allgemeinmediziner in der Nachbargemeinde Hohenau, wo eine monatelange Nichtbesetzung der Stelle und ärztliche Unterversorgung die Folgen waren. Ein Beispiel, das Angst macht“.

Fürmann wünscht sich deshalb die Möglichkeit, dass bei voraussichtlicher Neubesetzung einer Kassenstelle, nicht zuerst der Vertrag gekündigt werden muss. Denn es dauert dann in der Regel sehr lange, bis ein neuer Allgemeinmediziner die verwaiste Praxis wieder besetzen darf. Eine Übergangsfrist, in der ein neuer Kassenarzt in Ruhe gesucht wird, wäre für eine nahtlose Praxisübergabe sinnvoll. Derzeit geschieht das aber nicht. Unsicherheiten und „verlassene“ Patienten sind die Folge. Das ist für alle Betroffenen unbefriedigend, ärgerlich und auch für die Lebensqualität in den ländlichen Gemeinden nicht förderlich.

„Ein Überdenken der bisher geübten Praxis wäre sinnvoll“, so Fürmann. Er wünscht sich im Sinne der Bevölkerung eine sichere und vor allem problemlose Versorgung der Hausbrunner Bevölkerung vor Ort.