Poysdorfer Wirt: "Garantieren ein sicheres Wohlfühlen". „Natürlich fehlt der soziale Kontakt jeden von uns. Wie in vielen Ortschaft ist das Vereinsleben und der Stammtisch für viele ein wöchentliches Muss“, sagt Hubertushof-Jungwirt Andreas Simayr: „Aber keine Angst, wir kommen gestärkt wieder an unseren Arbeitsplatz zurück.“

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. Mai 2020 (10:43)
Hubertushof-Wirt Andreas Simayr freut sich schon wieder darauf, sein Lokal für die Gäste ab 15. Mai öffnen zu können.
Hubertushof

Mit 1 Jänner 2018 hatte der das Traditionsgasthaus in Poysdorf übernommen, kurz darauf baute er das Angebot mit Fremdenzimmern aus. „Gerade jetzt, wo wir in eine betrieblich sehr positive Zeit blicken konnten, schmerzt die Schließung sehr“, gesteht der Gastronom: „ Jedoch wenn unsere Schließung nur einen unserer Gäste retten konnte, dann wäre aus meiner Sicht alles bezahlt.“

Die fehlenden Einnahmen durch die Coronasperre des Gasthauses haben auch Auswirkungen auf bereits geplante Investitionen am Haus: „Da die Umsätze zu 100 Prozent fehlen, werden bereits unterschrieben Projekte wie die PV-Anlage und eine neue Lüftungsanlage eine Herausforderung für das kommende Geschäftsjahr. Die laufenden Betriebskosten sind für jeden Betrieb ohne Einnahmen eine Herausforderung, aber da bin ich nicht alleine“, weiß Simayr. Gleich nach dem Coronasperre hat er versucht, die Betriebskosten auf Null zu stellen und das Warenlager zu leeren. Denkt man in solchen Zeiten ans Aufhören? „„Die Verantwortung gegenüber meinen vier Mitarbeitern ist viel zu groß, um an sowas zu denken. Es würde unser Haus sehr leeren, wenn nicht diese wunderbaren Mitarbeiter eine Chance bekommen und unser Haus mit so einem positiven Spirit beleben. Und um die Chance werden wir ab 15. Mai wieder kämpfen“, wollte der Chef unbedingt sein Team halten

Wie prekär war die Lage? „Einen laufenden Betrieb einzustellen ist nie lustig und finanziell auch für einen Rechner wie mich fast unüberschaubar. Jedoch, die wichtigste Frage wird sein, wie prekär die Lage in Zukunft wird“, sagt der Gastronom: „Es muss den Betrieben ein reibungsloser Arbeitsablauf ermöglicht werden. Die Maßnahme zur Schließung hat jeder Unternehmer verstanden, aber jetzt die Betriebe weiterhin einzuschränken ist der falsche Weg.“

Am 15. Mai hat der Hubertushof wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten mit vollem Angebot geöffnet. „Auch unsere beliebtes Saisonalangebot wird wieder auf unserer Karte zu lesen sein“, sagt Simayr: „Da wir eine wunderschöne Terrasse besitzen, werden die Tisch problemlos gelockert, sodass sich jeder Wohl fühlen kann. Unser sehr geräumiger Sanitärbereich kommt uns in Zeiten des Abstandes natürlich auch zu Gute, sodass ich mich voller Vorfreude auf ein Comeback freue.“

Wie weit hat Corona die Geselligkeit beschädigt? „Es wird meiner Meinung nach wichtig sein, mit viel Feingefühl und Respekt wieder eine gewohnte Geselligkeit herzustellen. Wichtig ist nur, dass auch Geselligkeitsgegner respektieren, dass in einem Lokal nun mal Kontakt und Toleranz dazugehören“, sagt Andreas Simayr: „Wir werden alle Maßnahmen treffen, um ein sicheres Wohlfühlen zu garantieren. Aber die Geselligkeit kann nur überleben, wenn wir weiter an uns lernen und uns nicht mit Anzeigen überschütten.“