Mit Schlittschuh im Burghof Laa. Liste proLAA präsentierte ihr Konzept. SPÖ glaubt nicht an Ernsthaftigkeit der Pläne.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 18. September 2019 (04:52)
Michael Pfabigan
proLAA-Finanzexperte Roland Schmidt und Stadträtin Isabella Zins: Finden auch die anderen Parteien ihr Konzept touristisch und inhaltlich gut, könnte schon dieses Jahr im Innenhof der Laaer Burg eisgelaufen werden.

Laa soll wieder einen Eislaufplatz bekommen, am besten rasch. Im Gemeinderat waren alle Parteien dafür, dass man nach einer Lösung für diesen Wunsch der Laaer sucht. Die Bürgerliste proLAA legte jetzt ihren Vorschlag auf den Tisch: eine mobile Kunsteisbahn samt Winterdorf im Innenhof der renovierten Burg Laa.

Um ihre Pläne machte die Bürgerliste vergangene Woche ein großes Geheimnis: „Wir hatten Angst, dass uns diese Idee andere abjagen“, gesteht proLAA-Frontfrau Isabella Zins. Am Freitag machte sie publik: Die Anlage soll eine mobile Kunsteisbahn, ähnlich jener am Mistelbacher Hauptplatz sein, geplante Größe: 300 bis 320 Quadratmeter (rund 26 mal zwölf Meter). Das wäre rund ein Drittel größer als in Mistelbach. Rundherum soll der Laaer Burghof mit einem Adventdorf ein stimmungsvolles Ambiente bekommen. Denkbar wären zusätzlich zu Gastrohütten noch ein Christbaumverkauf, ein Streichelzoo oder eine lebendige Krippe zur Vorweihnachtszeit.

Die übertragen gekaufte Anlage würde 70.000 Euro kosten (Mistelbachs Stadtmarketing zahlte rund 100.000 Euro), die laufenden Kosten pro Saison berechnet proLAA mit rund 20.000 Euro. Finanziert soll alles über Sponsoring, Förderungen und Beiträge der Gemeinde (35.000 Euro beim Ankauf und 11.000 beim Betrieb) werden.

Reiff: „proLAA ist gar nicht interessiert“

Die Unterlagen wurden noch am Wochenende an Stadtrat David Reiff (SPÖ) übermittelt, in dessen Ausschuss die Vorschläge für eine Eislaufbahn gesammelt werden. In der Gemeinderatssitzung am 2. Oktober könnte bereits eine Entscheidung fallen.

Die Reaktionen der anderen Fraktionen? „proLAA ist gar nicht interessiert, dass dieses Projekt umgesetzt wird“, sagt der SPÖ-Chef und für das Projekt zuständige Gemeinderatsausschussobmann: „Es wurde in der letzten Sitzung von allen Parteien beschlossen, dass jede Fraktion die Ideen im Ausschuss vorlegt und dann wird gemeinsam gearbeitet, um das beste Ergebnis für unsere Bürger zu erreichen.“ proLAA sei durchaus bewusst, dass es für das Vorhaben keine Mehrheit geben wird. Ziel sei es, „wie so oft, schreiben zu können, dass ÖVP und SPÖ gegen ihre Pläne wären“, vermutet Reiff: „Wir wissen alle: Die Gemeinderatswahl steht vor der Tür.“

Die FPÖ hat zwei Vorschläge: Eine Natureisbahn am Gelände der früheren Eisbahn und eine Kunsteisbahn im Stadtzentrum: „Im Gegensatz zu proLAA wollen wir das Stadtzentrum und die Wirtschaft beleben“, sagt FPÖ-Chef Manfred Steiner.

Bürgermeisterin Brigitte Ribisch kennt das Finanzkonzept von proLAA zwar noch nicht, findet es aber seltsam, dass es via Facebook dem Ausschuss präsentiert werde. Die ÖVP selbst arbeitet an einer zweiten Natureislaufarena.

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