Der Ortschef in Großharras tritt ab. Josef Windpassinger übergibt in nächster Zeit an Josef Kindler.

Von Susanne Bauer. Erstellt am 20. Februar 2020 (03:45)
Josef Windpassinger gibt in absehbarer Zeit sein Bürgermeisteramt ab und tritt auch beruflich in den wohlverdienten Ruhestand.
Susanne Bauer

Mit einem mehr lachenden als weinenden Auge übergibt in nächster Zeit Josef Windpassinger sein Amt als Bürgermeister an seinen Nachfolger. Auch als Mitarbeiter am Gemeindeamt verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Windpassinger absolvierte nach einem Jahr Handelsschule in Laa die damalige „Winterschule“, eine landwirtschaftliche Schule, bei der die zukünftigen Landwirte rasch einen Abschluss erreichen konnten. Doch dann war am Gemeindeamt in Großharras die Stelle eines Gemeindesekretärs ausgeschrieben. Windpassinger bewarb sich, erhielt diese Bürostelle und trat am 2.1.1979 seinen neuen Arbeitsplatz unter Bürgermeister Heinrich Raab an.

„Ich hätte gerne im neuen Gemeindeamt die Räumlichkeiten bezogen!“Bürgermeister Josef Windpassinger legt das Amt in nächster Zeit zurück

Unter dessen Amtszeit wurde Windpassinger auch Amtsleiter und betreute später noch Bürgermeister Franz Breindl, bevor er nach dessen Ausscheiden für den Gemeinderat kandidierte und zum Bürgermeister der Großgemeinde gewählt wurde.

Während dieser Zeit hat er rund 45 Gemeinderats- und Vorstandssitzungen vorbereitet und geleitet. Sein Nachfolger als Amtsleiter wurde Reinhard Fichtinger.

Ein lustiges Erlebnis am Gemeindeamt erzählt er schmunzelnd: „Ich hatte für meine Frau einen Stabmixer, der als Geburtstagsgeschenk gedacht war, auf dem Gemeindeamt hinterlegt. Da Marianne aber einen Handmixer wollte, habe ich ihn noch vor dem Geburtstag umgetauscht – nicht ahnend, dass die beiden Gemeindearbeiter Günther und Hans diesen Stabmixer gegen einen Fuchsschwanz in der Schachtel ausgetauscht hatten. Da niemand den Inhalt der Schachtel kontrolliert hat, lag oder liegt noch immer im Baumarkt in Laa in der Stabmixerschachtel ein Fuchsschwanz.“ Noch heute sorgt das Wort „Fuchsschwanz“ bei Insidern für schallendes Gelächter, denn die beiden Gemeindearbeiter wollten schon wissen, wie Marianne Windpassinger das Geburtstagsgeschenk gefallen hat.

Hilfe für die Bürger war für Windpassinger in den Jahren am Gemeindeamt selbstverständlich, daher freute er sich besonders über das Wahlergebnis 2010, wo er für die ÖVP 17 von 19 Mandaten erreichte.

Auf vier große umgesetzte Projekte ist er besonders stolz: „Der Neubau des eingruppigen Kindergartens in Großharras, der jederzeit erweiterbar ist, und die Schaffung einer Tagesbetreuungseinrichtung in Zwingendorf. Die Kläranlage für die Großgemeinde wurde während meiner Amtszeit auf den neuesten Stand der Technik gebracht und das Dorfzentrum „Alte Schule“ in Zwingendorf generalsaniert. Gleichzeitig wurden Ordinationsräume für eine praktische Ärztin mit Hausapotheke geschaffen.“

Eine Herzensangelegenheit konnte er als Bürgermeister leider nicht mehr umsetzen: „Ich hätte gerne im neuen Gemeindeamt die Räumlichkeiten bezogen!“, erzählt er. Nun kann er den Fortschritt des Projektes entspannt beobachten. In Zukunft wird er sich verstärkt in diversen Vereinen einbringen und mit seiner Frau verreisen.