Schwere Einbußen im Kleiderhandel. Aufgrund der fehlenden Events sind die Umsätze auch im Online-Handel gesunken.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 15. Mai 2020 (04:59)
Der April war für die Unternehmer im Kleiderhandel ein besonders harter Monat. Dabei ist das Weinviertel aufgrund der niedrigen Tourismusquote noch weniger stark betroffen als der Westen und Süden Österreichs.
Karins Kaufstrasse

Im April musste der Kleiderhandel einen schweren Schlag bei den Umsätzen hinnehmen: „Der Rückgang bewegt sich zwischen 50 und 100 Prozent“, berichtet Jutta Pemsel, WK-Bundesspartenobfrau-Stv. für den Handel und Alt-Kaufstrasse-Geschäftsführerin. Die Verunsicherung der Kunden habe noch dazu beigetragen, denn „Angst ist schlecht für den Konsum“.

Die Coronakrise schlägt sich mit ihrer destruktiven Wirkung eindrucksvoll in den Zahlen nieder: Pemsel bezeichnet die Krise als „die größte Herausforderung mindestens seit dem Zweiten Weltkrieg“. Ein komplettes Umdenken und Hinterfragen des Bestehenden sei erforderlich. Dennoch: Da das Weinviertel eine vergleichsweise niedrige Tourismusquote hat, habe der Kleiderhandel hier nicht mit so starken Rückschlägen zu Kämpfen wie der Westen und Süden Österreichs.

Jutta Pemsel rät Modehändlern, die Zeit derKrise für Innovationen zunutzen.
Kraus

Den Kundenverlust an große Online-Händler sieht Pemsel zudem nicht als Riesenproblem: Allgemein seien die Umsätze der Modebranche während des Shutdowns auch hier zurückgegangen. „Dies liegt vor allem an den fehlenden Trageanlässen“, sagt Pemsel. Ein Vorteil sei zudem, dass Kunden im Zuge der Coronakrise vermehrt regional einkaufen.

Was sagen die Unternehmer zu den Maßnahmen der Regierung? „Die Abwicklung wird oft als zu bürokratisch und langwierig gesehen“, erklärt die WK-Sprecherin. Ein branchenspezifisches Problem ist zudem die „Entmodung“ nach bereits drei Monaten. Die Wirtschaftskammer habe daher seitens des Modehandels ein Forderungspapier an die Regierung übermittelt.

Trotz aller Rückschläge blickt Pemsel dennoch positiv in die Zukunft: „Es gibt auch eine Zeit nach Corona.“ Die Krise könne für Innovationen und neue Geschäftsmodelle genutzt werden.