Mistelbacher Martinsklause sucht Pächter. Für viele Interessenten ist Starthilfe von Banken das größte Problem für die Übernahme.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 04. Juni 2020 (06:01)
Die Mistelbacher Martinsklause ist nach drei Jahren wieder ohne Wirt. Derzeit wird restauriert, ein interessierter Pächter verhandelt mit den Banken wegen der Finanzierung.
Michael Pfabigan

Das idyllische Einkehrgasthaus Martinsklause am Totenhauer sucht einen neuen Wirt. Ein Opfer der Coronasperre? „Nein, der Dreijahresvertrag ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert“, sagt Besitzerin Iris Sroufek.

Aber auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt deutlich mehr Interessenten für das Traditionshaus gibt, als noch vor Jahren, wissen Roman und Iris Sroufek, die Eigentümer der Martinsklause, dass es sehr schwierige Zeiten für Gastronomen sind.

„Viele Pächter haben gute Ideen aber nur kurzfristige Ambitionen.“Iris Sroufek

„Gastronomen stehen bei den Banken auf der schwarzen Liste“, sagt Sroufek: „Auch wenn man einen Gewerbeschein und 30 Jahre Erfahrung hat - wenn du keine 10.000 Euro zum Anfangen hast, ist es da schwer.“ Aktuell würden die Gasthausbesitzer bei ihrer Suche nach einem neuen Pächter intensiv von Mistelbachs Tourismusstadtrat Peter Harrer unterstützt.

Die Martinsklause gibt es seit den 1900er-Jahren, der aktuelle Bau wurde in den 1930er-Jahren errichtet. Die Familie Sroufek konnte das Haus nach langjähriger Pächterschaft in den 1980er-Jahren kaufen. In den vergangenen Jahren investierten Iris und Roman Sroufek kontinuierlich in das Haus, unter anderem wurden Gästezimmer ausgebaut.

Woran liegt es, dass sich seit den Zeiten der Sroufeks als Wirte keiner mehr lange dort halten kann? „Wirte, die langfristig etwas machen wollen, die kaufen sich selbst ein Haus und setzen das dort um. Und viele Pächter haben gute Ideen aber nur kurzfristige Ambitionen“, sagt Iris Sroufek.

Die Lage der Martinsklause mit ihrem idyllischen Gastgarten am Rande des Mistelbacher Waldes sei eine gute. Das Problem sei, dass man auch im Winter die Leute motivieren können muss, damit sie auf den Berg zur Martinsklause fahren: „Da muss man halt kontinuierlich gute Leistungen bringen“, weiß Sroufek.