Die Not macht erfinderisch. Über Martin Weißböck und den ersten Ladendorf-Marathon.

Von Dominik Siml. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:44)

Aus der (Corona-)Not geboren, initiierte Ex-Ladendorf-Knipser Martin Weißböck den ersten „Ladendorf-Marathon“ und konnte damit nicht nur Zuschauer, sondern auch „Mitläufer“ begeistern.

Der Grund ist einfach: Der Mensch braucht – auch, oder gerade in diesen Zeiten – Ziele und Herausforderungen und natürlich Auslastung und den Ausgleich zum Alltag. Solche „Events“ sind es, worüber die Leute sprechen, sie zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht, bringen auch die Beteiligten wieder zusammen und lassen das Soziale aufleben – gerade in Zeiten von Social Distancing und anderen Regeln eine willkommene Abwechslung. Es ist natürlich super, dass man jetzt wieder Tennis- oder Golf spielen kann, aber das sind Sachen, die man eher für sich selbst macht. Ohne Fußball, Basketball, Handball oder auch Laufen fehlt das Soziale ein wenig.

Auffällig bei dieser Art von Ideen ist, dass sie häufig von Ausdauersportlern kommen, die offenbar die innovativsten und wahrscheinlich auch ein Stück weit verrücktesten ihrer Zunft sind. Normalerweise liest man im Zusammenhang mit solchen Aktionen oft den Namen Rainer Predl (Ultraläufer aus Lassee, Anm.), aber auch Weißböck bewies mit dem Halbmarathon im eigenen Garten und dem jetzigen Marathon seinen Ideenreichtum. Wenn der 34-Jährige so weitermacht, wird man ihn in ein paar Jahren wohl mehr als Ausdauersportler kennen als als ehemaligen Fußballer – obwohl die Kickerkarriere auch mehr als ordentlich war.

Denkbar ist jedenfalls schon jetzt, dass ihm die einzelnen Kilometer auf der Strecke mehr Spaß gemacht haben als so mancher auf dem Feld – und vielleicht sogar als so manches Tor auf dem Fußballplatz.