Neue Sitzmöbel scheiden Geister. Eine Sitzgruppe aus Beton sorgt für Zündstoff auf Facebook und bei den Parteien.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 08. August 2020 (03:41)
Ein Frage des Stils? Diese Sitzbänke am Stadtplatz finden sowohl Fans als auch Kritiker.
Susanne Bauer

Es war erst im Juni, als der Stadtrat einstimmig den Ankauf von sechs Sitzbänken am Stadtplatz absegnete. Auch gegen zwei weitere Sitzbänke im neu gestalteten Park am Ostbahnhof hatte niemand etwas einzuwenden. Doch jetzt, wo die neuen Bänke stehen, ist von Einigkeit unter den Parteien nur noch wenig zu spüren, und auch auf Facebook gehen die Meinungen auseinander.

„Es hat jeder eine andere Meinung darüber, was schön ist“, nimmt ÖVP-Bürgermeisterin Brigitte Ribisch bissige Kommentare auf Facebook hin. Die neuen Sitzgelegenheiten am Stadtplatz hätten im Gegenzug ja auch viele Likes bekommen. Die modernen Bänke sollen zum Verweilen einladen und ein erster Schritt für eine Belebung des Stadtplatzes sein. Durch die vier Pflanzbehälter wird der Bereich begrünt und von dem Verkehrsgeschehen abgegrenzt.

Ähnlich sehen das die SPÖ und ULLAA: Sie freuen sich, dass der Stadtplatz mit Sitzgelegenheiten aufgewertet wird. Die FPÖ hingegen, die als einzige Fraktion nicht im Stadtrat vertreten ist, ist alles andere als begeistert: „Das war ein Schnellschuss. Was der Stadtplatz braucht, ist ein ganzheitliches Konzept. Es liegen ja bereits viele Pläne dafür vor“, so FPÖ-Obmann Manfred Steiner.

proLAA hätte sich gewünscht, bei der Auswahl der Sitzmöbel ein Wörtchen mitreden zu dürfen: „Wir haben im Stadtrat für eine generelle Anschaffung gestimmt, beim Beschluss ist aber noch kein konkreter Plan vorgelegen“, kritisiert Vorsitzende Isabella Zins. Auch ihr fehlt bei den Maßnahmen am Stadtplatz das große Ganze: „Es gibt kein Gesamtkonzept.“