Erstellt am 14. Juni 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Kunstwerke in Dubai gestrandet: „Will Geld zurück“. Anneliese Schauers Bilder waren nach Schau in Dubai gestrandet. Sie organisierte die Rückholung.

Malerin Anneliese Schauer ist froh, wieder ihre Bilder in Händen halten zu können. Sie waren jetzt über ein Jahr in Dubai gestrandet.  |  mpf

„Ich habe Gott und die Welt in Aufruhr gebracht. Ohne das hätten wir das nicht geschafft“, erzählt Malerin Anneliese Schauer: Über eine Galeristin hatten sie und zehn andere österreichische Künstler Bilder bei der World Art Dubai 2017 ausgestellt, bei der Galerien ihre verheißungsvollsten Bilder präsentieren.

Nur: Die Bilder der Ausstellung bekamen Schauer und Kollegen erst jetzt zurück. Und das auch nur, weil sie sich selbst um die Ausfuhr aus Dubai gekümmert hatten. „Mitte Dezember bekamen wir eine Mail von einem Geschäftsmann in Dubai, er wolle unsere Bilder jetzt nicht mehr länger lagern, wir sollen ihm 818 Euro für die Lagerung zahlen und die Bilder abholen“, erzählt Schauer. Bisher dachten die Künstler, dass die eingelagerten Bilder auf eine Folgeausstellung warten.

Keine richtigen Ein- und Ausfuhrpapiere

„Ich hatte Angst um meine Fliesenbilder, deshalb habe ich das Ganze an mich gerissen“, sagt die quirlige Malerin: Sie fand heraus, dass es für die Kunstwerke keine richtigen Ein- und Ausfuhrpapiere gab. Die Galeristin hatte die Bilder einfach als normale Fracht nach Dubai gebracht. „Hätte sie sie gleich wieder mitgenommen, wäre nichts passiert“, sagt Schauer. So sind die Bilder aber in Dubai gestrandet. Gemeinsam wurde der Rücktransport organisiert, in der Vorwoche konnte sie ihre Bilder endlich in Empfang nehmen.

Die Dubai-Bilder sind nicht die Einzigen, die noch auf Reisen sind: Nach einer von der Galeristin beschickten Ausstellung in Houston (USA) zeichnet sich ein ähnliches Problem ab. Schauer will sich jetzt mit Kollegen einen Anwalt nehmen und das für die Rückholung aufgewandte Geld rückfordern.

„Jetzt habe ich Kontakte, jetzt organisiere ich mir meine Ausstellungen im Ausland selbst“

Eine Galeristin braucht sie jetzt übrigens nicht mehr: „Jetzt habe ich Kontakte, jetzt organisiere ich mir meine Ausstellungen im Ausland selbst“, gibt sich Schauer kämpferisch.

Die kritisierte Galeristin war für keine Stellungnahme erreichbar.