Obduktionsergebnis zeigt: Kein Blei in totem Vogel. BirdLife-Verdacht zu Rohrweihe „Hardy“ erhärtete sich nicht.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 04. Dezember 2019 (06:00)
Die mit einem Sender versehene Rohrweihe „Hardy“ wurde im September auf einem Feld im Land um Laa gefunden. Nach der Obduktion ist klar: Egal, woran das Tier gestorben ist, Metall bzw. Schussverletzungen fanden sich nicht am Kadaver.
BirdLife/

Ende September war die Rohrweihe „Hardy“ tot in einem Biotop im Land um Laa gefunden worden. Das Pikante daran: Der Vogel war einige Wochen zuvor mit einem Peilsender versehen worden, um seine Flugrouten zu dokumentieren.

Als sich das Signal nicht mehr bewegte, gingen BirdLife-Mitarbeiter auf die Suche nach dem Vogel und fanden ihn tot im Laaer Becken. Die Vermutung damals: Irgendwer habe die Rohrweihe abgeschossen. Jetzt liegt der Obduktionsbericht vor: „Ein Schusstrauma ist radiologisch nicht nachweisbar“, heißt es darin. Weitere pathologische Befunde seien wegen des schlechten Zustandes des Kadavers nicht mehr möglich gewesen, sagt das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an der Veterinär-Medizinischen Uni Wien. Der Vogel war schon massiv von Maden angefressen worden.

Gut gefüllt mit Mausteilen und in gutem Zustand waren noch Kropf und Magen, heißt es in dem Obduktionsbericht. Beides wurde für weitere toxikologische Untersuchungen eingefroren. Der Kadaver wurde auch radiologisch untersucht, es fanden sich aber keine Metallschatten: „Keine Hinweise auf ein Schusstrauma, keine Verletzungen feststellbar.“

BirdLife ging von Vogelabschuss aus

Aufatmen bei den Jägern der Region, auch wenn bei diesen keiner wirklich damit gerechnet hat, dass ein potenzieller Schütze in ihren Reihen gewesen wäre: „Es ist nie zu spät, Vorurteile abzulegen“, sagt Bezirksjägermeister Christian Oberenzer. „Jagd ist auch Naturschutz, wir sollten miteinander arbeiten.“

In der Fundbeschreibung des Vogelkadavers hatte der entsprechende BirdLife-Mitarbeiter noch vermerkt: „Der Metalldetektor schlug sofort an und der Vogel wies klassische Schussmarken an seinen Schwingen auf.“ Einen Zusammenhang mit Jägern hatte BirdLife auch deshalb hergestellt, weil 2015 in Stronsdorf auf einem Feld 37 Rohrweihen abgeschossen worden waren.