Arbeit im Sperrgebiet: „Wir hatten eine Stunde“. Der Retzer Fabian Kraus ist Tourismusassistent in Lech am Arlberg. Er erlebte die Räumung des Ortes nach den Coronafällen als ruhig und professionell.

Von Werner Kraus. Erstellt am 27. März 2020 (06:13)
Der Retzer Tourismusfachmann Fabian Kraus ist Direktionsassistent im Hotel am Berghof im gesperrten und touristenleeren Lech am Arlberg.
zVg

„Uns war klar: Wenn das Coronavirus in St. Anton und Ischgl ist, dann ist es auch schnell bei uns“, erzählt der Retzer Fabian Kraus, der als Tourismusassistent in Lech am Arlberg arbeitet. Er ist ganzjährig im Hotel am Berghof und auch weiterhin in abgesperrten Lech engagiert: „Die Skigebiete sind eng miteinander vernetzt.“

Informiert wurden die Lecher von den Coronafällen durch einen Brief des Bürgermeisters: „Zwischen dem Schreiben des Ortschefs und der tatsächlichen Sperre des Ortes lag genau eine Stunde“, berichtet Kraus. Für die lawinenerprobten Bewohner war das alles kein Problem: „Die Räumung von Gästen und Saisonmitarbeitern war bestens organisiert und klappte rasch“, erzählt Kraus – und das trotz des starken Verkehrsaufkommens ruhig und gelassen.

In Lech gibt es momentan neun COVID-19-Fälle. „Wir machen jetzt organisatorische Arbeiten im Hotel“, schildert Kraus. Man bereite sich auf die Sommersaison vor, die Mitte Juni starten soll, „wobei fraglich ist, ob und in welchem Rahmen die bei uns in Tirol anlaufen kann“, sagt der Retzer Tourismusfachmann.