Ersatzpflanzungen nach Rodungen?. Alt-Bürgermeister Alfred Weidlich fordert Ausgleich für entstandenen volkswirtschaftlichen Schaden.

Von Christina Ott. Erstellt am 14. August 2019 (04:20)
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Kahlschlag: Vor dem Haus von Georg Swatschina in der Franz Josef-Straße, wurde im Zuge der ÖBB-Instandhaltungsarbeiten alles ausgeholzt. Die Folgen seien ein katastrophaler Schall- und Lärmschutz, sowie die Zerstörung des Lebensraumes von Tieren.

„Das Ergebnis ist ernüchternd“, sagt Alt-Bürgermeister Alfred Weidlich. „Jahrzehntealte Bestände wurden geschliffen und gewaltige Mengen an Holz geschlägert.“ Konkret meint er dabei die von der ÖBB veranlassten Rückschnitte und Baumfällungen entlang der Mistelbacher Bahnzeile, welche im Zuge der derzeitigen Erneuerungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt wurden.

Laut den Bundesbahnen sollten dabei nur jene Bäume und Sträucher entfernt werden, die den reibungslosen Bahnbetrieb beeinträchtigten. Weidlich forderte daraufhin von der ÖBB und politischen Funktionsträgern, Ersatzpflanzungen vorzunehmen - bisher erfolglos.

„Gesunde Bäume einfach umgeschnitten“

Einerseits sei der Austrieb aus den vorhandenen Stöcken und Wurzeln so stark, dass die gepflanzten Bäume den Konkurrenzkampf rasch verlieren würden, andererseits sei es aufgrund des Eisenbahngesetzes 1957 nicht möglich, argumentiert die Bahn. „Das ist ein 62 Jahre altes Gesetz, welches schleunigst novelliert werden sollte, um den heutigen Anforderungen des Natur- und Klimaschutzes, sowie volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen gerecht zu werden“, fordert Weidlich.

Wunsch nach Ersatzpflanzungen

Unglücklich mit den durchgeführten Baumrodungen ist auch der Mistelbacher Georg Swatschina. „Vor meinem Haus in der Franz Josef-Straße gab es einen regelrechten Kahlschlag, bis zum letzten Busch wurde alles ausgeholzt und gesunde Bäume wurden einfach umgeschnitten“, ist er empört. Der nicht mehr vorhandene Schall- und Sichtschutz sei eine Katastrophe, auch wurde der Lebensraum von Tieren zerstört. Den Bahnbetrieb hätten die Bäume seiner Meinung nach nicht beeinträchtigt, denn „die Sträucher waren zirka sieben Meter vom Gleis entfernt undzwei Meter hoch.“

Auch an anderen Stellen in Mistelbach wünscht sich Weidlich Ersatzpflanzungen beziehungsweise einen umwelt- und naturbewussteren Umgang mit Grünflächen. Hier sieht Bürgermeister Alfred Pohl (ÖVP) klaren Handlungsbedarf: „Es wird mehrfache Ersatzpflanzungen geben, das ist ein klares Bekenntnis. Es darf künftig kein Straßenbauprojekt mehr geben, wo keine Bäume eingeplant sind“, betont er.

Die Pflanzung von Bäumen ist auch in der Josef Dunkl-Straße gerade ein großes Thema: „Da ist es aber leider so, dass wir wegen verschiedener Einbauten oft keine Bäume pflanzen können“, erklärt der zuständige Verkehrsstadtrat Peter Harrer (ÖVP). Die Gemeinde würde jedoch daran arbeiten, entsprechende Lösungen zu finden, ebenso am Hauptplatz.