Mistelbach

Erstellt am 13. Juni 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Heimatmuseum: Knappe Kasse, kaum mehr Platz. Seit 120 Jahren gibt‘s das Heimatmuseum, heute nur als Depot.

Die Bestände des Heimatmuseums sind nur noch der Rumpf des Museums-Depots im alten Wasserwerk, die eifrigen Depotmitarbeiter mehren die Sammlung stetig: Alfred Englisch, MAMUZ-Geschäftsführer Peter Fritz, Stadtrat Erich Stubenvoll und Depot-Leiter Hubert Loibl.  |  Pfabigan

Seit 120 Jahren gibt es in Mistelbach ein Heimatmuseum. Wobei man einschränken muss, dass es von diesem seit 1984, der Auflösung des eigentlichen Heimatmuseums im Barockschlössl, nur mehr die Bestände gibt.

„Ihr seid das Langzeitgedächtnis der Stadt“Erich Stubenvoll

Und diese lagern seit dem Jahrtausendwechsel im alten Wasserwerk im Stadtpark, gesucht und zusammengetragen in mühevoller Kleinarbeit aus den verschiedenen Lagern, in die sie nach 1984 gesteckt wurden, von einer kleinen Schar idealistischer Sammler. Am Wochenende öffneten sie die Türen ihres Stadtmuseums-Depots und zeigten die Bestände des Museums, die sie als eifrige Sammler noch ausgebaut haben.

„Ihr seid das Langzeitgedächtnis der Stadt“, attestierte Stadtrat Erich Stubenvoll, der sich eine stärkere Unterstützung seitens der Gemeinde für die ehrenamtlichen Museumsdepot-Mitarbeiter wünschen würde.

Pläne für eine Plattform, auf der sich das Museumsdepot präsentieren und regelmäßig Teile seiner Bestände zeigen kann, gibt es immer wieder, bisher scheiterten alle an den entsprechenden Räumlichkeiten. So bleiben den Museumsdepot-Mitarbeitern punktuelle Sonderausstellungen.

Was ist neu im Museums-Depot? „Die Frau eines kürzlich verstorbenen Sammlers aus Gänserndorf schenkte uns Modelle aller Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges“, erzählt Depot-Leiter Hubert Loibl. Neu ist auch die wieder instand gesetzte erste Turmuhr aus dem Rathausturm.

„Das Heimatmuseum Mistelbach war einmal das schönste Museum nördlich der Donau“, weiß Alfred Englisch, der eine Broschüre zur Geschichte des Museums verfasst hat. Wie sparsam die Depot-Hüter mit dem knappen Geld umgehen müssen, erkennt man daran, dass manche Vitrinen und Schränke schon auf Fotos aus den 1930er-Jahren in der Broschüre erkennbar sind.

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