Lage für Kinos "finanziell schwierig“. Die örtlichen Kinobetreiber in Mistelbach und Laa halten durch und hoffen auf baldige Wiederöffnung.

Von Florian Mark. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:37)
„Wir wollen etwas für die Kulturstätten tun, und zwar mit dem, was wir am besten können: Filme“, sagt Manfred Asperger.
Asperger

Wie alle Kinos im Land hat auch das Stadtkino Center Laa auf unbestimmte Zeit den Betrieb eingestellt. Doch ist das Kino damit völlig geschlossen?

„Nicht ganz“, verrät Inhaber Manuel Wiesinger. „Freitag und Samstag habe ich täglich drei Stunden geöffnet und die Leute können sich Nachos und Popcorn kaufen. So kann man sich zumindest ein wenig mit den Stammkunden, Freunden und Bekannten austauschen. Trotzdem wünsche ich mir, dass ich meinen Kunden bald wieder das volle Kinoerlebnis anbieten darf, und dazu gehört natürlich auch das Aufführen von Filmen. Wann das wieder geschehen kann, ist auch unter uns Kinobetreibern unklar.“

"Fraglich, ob sich ein Kinobetrieb rentiert"

Ein Termin im Sommer sei wünschenswert, denn dann stünden einige interessante, neue Kinofilme in den Startlöchern. Zudem bedeute jeder weitere inaktive Monat zusätzliche finanzielle Belastungen. Aber selbst, wenn man öffnen dürfe, sei nicht garantiert, ob sich ein Betrieb unter Einschränkungen auch lohnen würde. „Wenn ich zehn Quadratmeter pro Kunde freilassen muss, ist fraglich, ob sich ein Kinobetrieb rentiert“, sagt Wiesinger.

Das seit 1990 in der Wehrgartenstraße befindliche und seit 2013 von Manuel Wiesinger geführte Laaer Kino ist eines der wenigen noch in Betrieb befindlichen Lichtspielhäuser im Bezirk.

Auch im Kronen Kino in Mistelbach, um dessen langfristige Zukunft in der jüngeren Vergangenheit keine neuen Informationen verlautbart wurden, wird geduldig auf ein Ende der Schließung gewartet. „Wir sperren wieder auf, sobald es erlaubt ist“, sagt Inhaber Weirong Liu auf Anfrage der NÖN. „Finanziell ist die Schließung schwierig gewesen, aber ich halte durch, da ich zwar nichts verdiene, aber auch wenig ausgebe.“ In jedem Fall würde er sein Kino im kommenden Jahr gerne an einen Nachfolger übergeben.

Auch Streaming-Dienste erhöhen Druck

Trotz manchmal ausreichender, vielfach aber zu knapp bemessener staatlicher Nothilfen sei die Kultur- und Veranstaltungsbranche durch die Corona-Maßnahmen am härtesten getroffen worden und Kinos würden zusätzlich mit der immer größer werdenden Verbreitung von Streaming-Diensten konfrontiert werden. Das sagt Manfred Asperger, selbst Filmemacher und Unternehmer, der zusammen mit seinem Kollegen Florian Maderebner aus genau diesem Grund die Initiative Kulturerhaltung ins Leben gerufen hat. „Wir wollen etwas für die Kulturstätten tun, und zwar mit dem, was wir am besten können: Filme machen.“

Humorvoll gestaltete Spots sollen den positiven Stellenwert der Kulturstätten hervorheben und dürfen als Open-Source-Material von Kunstschaffenden für Marketingzwecke genutzt werden. „Unter dem Hashtag #kulturerhaltung sind zudem alle aufgefordert, Fotos ihrer geliebten und längst vermissten Kulturorte zu posten.“ Der erste veröffentlichte Spot wurde im Kronen Kino gedreht, ein Zweiter ist bereits in Produktion und soll noch diese Woche erscheinen. Immerhin eröffnet sich damit eine neue Perspektive: Wenn schon im Kino keine Filme gezeigt werden können, könnte es zumindest bald mehr Filme über das Kino geben.