Mehr Cyberkriminalität: Polizei setzt auf Aufklärung. Im Bereich der Cyberkriminalität schnellen die Zahlen nach oben: Im Vorjahr gab es 127 Fälle, 2018 waren es noch 77. Ladendiebstähle sind hingegen stark zurückgegangen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 10. Juli 2020 (05:08)
Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Andreas Thenner: „Keine Scheu vor Anzeigen bei der Polizei!“
Höberth

Die Polizeibeamten des Bezirks haben im Jahr 2019 ganze Arbeit geleistet: Fast die Hälfte aller Fälle konnte aufgeklärt werden, die Aufklärungsquote lag bei 49 Prozent.

Nur 2018 konnten im Vergleich mit den letzten Jahren noch mehr Fälle gelöst werden: „Der Kriminalwert ist im Vergleich zu 2018 gestiegen, um 3,97 Prozent. Dennoch sind 49 Prozent ein sehr guter Wert, vor allem, da 2018 ein ausnehmend gutes Jahr mit einer Aufklärungsquote von rund 54 Prozent aller Fälle war“, resümiert der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Andreas Thenner. So lag die Aufklärungsquote 2017 noch bei 48 Prozent, wie er anführt. Gründe für den Anstieg der Kriminalfälle gibt es viele: So sei beispielsweise die erhöhte Mobilität nach Verkehrsmaßnahmen wie dem Autobahnausbau ein Faktor.

Die Gesamtzahl der Kriminalfälle lag 2019 bei 2.460 Fällen, 2018 waren es 2.366. Ein Jahr zuvor, 2017, wurden 2.619 Fälle verzeichnet. Besonders zugenommen hat im Vorjahr die Cyberkriminalität: Hier gab es 127 statt 77 Internetbetrüge zu klären. „Dieser Wert wird durch die Coronakrise noch weiter steigen“, ist sich Thenner sicher. Die Polizei investiert viel in Schulungen der Beamten und in die Aufklärung der Bevölkerung. „Es gibt einen Beratungsdienst für Betroffene. Außerdem bieten wir Kurse für Senioren an“, so Thenner über die Angebote.

Erfreulich ist, dass bei den Wohnhauseinbrüchen ein Rückgang (von 79 auf 71 Fälle) zu verzeichnen ist. In Wohnungen wurde, wie schon 2018, sieben Mal eingebrochen. „Bei Firmen gab es jedoch einen Anstieg: Uns wurden im Vorjahr 61 Einbrüche gemeldet, 2018 waren es noch 49“, so Thenner. Zugenommen haben außerdem Fahrraddiebstähle (105 auf 126), rückgängig sind hingegen Pkw-Diebstähle (von 14 auf 11). Den stärksten Rückgang verzeichnen die Ladendiebstähle: „Hier gab es statt 122 nur 46 Fälle“, freut sich Thenner.

Sein Appell an die Bevölkerung ist klar: „Keine Scheu vor Anzeigen bei der Polizei! Es ist besser, einmal zu viel anzurufen, als einmal zu wenig. Auch verdächtige Beobachtungen sollten gemeldet werden“, macht Thenner klar.