Mit dem Museumsfrühling besser sichtbar werden. Die Veranstaltung hilft kleinen Museen. Zudem finden Gruppen zu den Museen, die sie sonst nicht besuchen.

Von Christoph Szeker und Michael Pfabigan. Erstellt am 15. Mai 2019 (05:00)
Michael Pfabigan

Das Wochenende steht kulturell unter dem Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“, denn im Zuge des Museumsfrühlings haben im Bezirk zehn der Kulturstätten ihre Pforten mit einem besonderen Programm geöffnet. Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter im MAMUZ, sieht es positiv, dass dadurch auch solche Gruppen den Zugang zu den Museen finden, die sonst nicht darauf stoßen würden.

Das MAMUZ ist ein Zugpferd unter den Museen im Bezirk. Es hat an den Standorten Mistelbach und Asparn geöffnet, wobei auf letzterem das Keltenfest stattfindet, bei welchem Besucher die Zeit der Kelten entdecken können. Beim Museumsfrühling werde nicht nur die Ausstellung sichtbar, sondern auch der Weg zur Ausstellung mit der Forschung, findet Pieler dazu.

Peter Fritz: "Vielfalt an Museen zeigen"

MAMUZ-Geschäftsführer Peter Fritz freut sich zudem, dass der Museumsfrühling die „Vielfalt an Museen zeigt, die es gibt.“ Die Michelstettner Schule ist ein Beispiel. Besucher können auf dem Areal alte Schulklassen, wie sie vor vielen Jahrzehnten ausgesehen haben, erleben. Am Wochenende ist das Thema dort „Heute Schule – morgen Museum. Zeitsprung ins Schulmuseum 2070“. Die Idee dahinter: Eine Zeitreise 50 Jahre in die Zukunft, die heutigen Schulsachen sind dann museumsreif.

Alexandra Rieder, Obfrau des Museumsvereines, erklärt, was man sich vom Museumsfrühling erhofft: „Mehr Bekanntheit schaffen - mehr Interesse wecken - mehr Besucher begrüßen.“ Die Michelstettner Schule ist zwar kein großer Kulturbetrieb, aber besonders Familien mit Kindern und Senioren lassen sich für einen Besuch begeistern.

Mistelbachs Bürgermeister Alfred Pohl (ÖVP) sieht ebenfalls die Sichtbarkeit als großes Ziel des Museumsfrühlings. „Dass auch Standorte sichtbar werden, die nicht so bekannt sind“, erwartet er sich von den Veranstaltungen am Wochenende. Dabei denkt er etwa an die Michelstettner Schule. In einer Gemeinde hat das museale Angebot laut Pohl allgemein eine sehr wichtige Bedeutung für die Gemeinschaft. Die Museen dienen dem sinnvollen Zeitvertreib, ermöglichen das Treffen mit Gleichgesinnten und sorgen für Unterhaltung in Gemeinden.

Museen als Treiber im Tagestourismus

Außerdem sind die Einrichtungen auch „touristische Knotenpunkte“, sagt Pohl. Oftmals kommen Leute von weit her, um die Museen im Bezirk zu besuchen. Das entspricht ganz dem touristischen Profil hierzulande: „Das Weinviertel ist eine Tagestourismusdestination“, ist Pohl bewusst. Pakete, in welchen ein Museumsbesuch beispielsweise mit einer Draisinenfahrt oder einem Heurigenaufenthalt verbunden sind, werden gut angenommen.

Das bestätigt Weinviertel Tourismus-Chef Hannes Weitschacher: „Im Gruppengeschäft funktioniert das sehr gut“, sagt er. Denn Touristen die als Gruppe reisen, suchen meistens Tagesprogramme. Im Individualbereich stockt der Konsum mehrerer Angebote noch, da die Bewerbung durch die Betriebe laut Weitschacher noch optimierungswürdig ist.

Auf der Webseite eines Museums sollte etwa auf Essgelegenheiten in der Nähe hingewiesen werden. Allgemein sieht Weitschacher das kulturelle Angebot der Museen als wichtigen Treiber im Tagestourismus.

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