10.000 Euro für Dächer der Hagelkatastrophe

Auf der Sommerszene in Mistelbach wurde für Reparaturen nach der Hagelkatastrophe in Schrattenberg gesammelt.

NÖN Redaktion Erstellt am 17. September 2021 | 05:41
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Gute Stimmung bei bestem Wetter und tollem Publikum: Hannes Rathammer, Peter Weik, Landtagspräsident Carlo Wilfing, Jimmy Schlager, die Bürgermeister Johann Bauer und Erich Stubenvoll und Michael Jedlicka. Der Erlös von über 10.000 Euro ging zur Gänze an die Gemeinde Schrattenberg.
Foto: Carmen Gmeinböck

„Die Idee, etwas für die Opfer der Hagelkatastrophe vom 24. Juni zu machen, entstand vor etwa zwei Monaten. Im Zuge meiner Tätigkeit für meine Fahrschule fuhr ich durch Schrattenberg und habe beobachtet, dass nach dem verheerenden Hagel teilweise keine Ziegel mehr auf den Dächern waren“, erinnert sich Peter Weik, der Organisator des Benefizkonzerts im Rahmen der Mistelbacher Sommerszene.

„Der mediale Rummel um Schrattenberg ließ schon nach wenigen Tagen nach, und viele der Leidtragenden waren mit ihren Sorgen weitgehend allein.“ So kam Weik die Idee, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen, um die Katastrophe zurück ins Bewusstsein der Leute zu rücken.

Selbst stark mit der Musikszene verbandelt, kontaktierte er seine Musikerkollegen Hannes Rathammer, Michael Jedlicka, Jimmy Schlager und die Bandmitglieder seiner Band „Get Together“ und erhielt sofort deren Einverständnis: „Es bedurfte keiner Überredungskunst, sie alle ins Boot zu holen für die gute Sache“, freut er sich.

Im Rahmen der Mistelbacher Sommerszene und im Beisein der lokal ansässigen Gastronomen gelang es, ein kurzweiliges Programm auf die Beine zu stellen, um die zahlreichen Unterstützer der Benefizveranstaltung bei bestem Wetter gut zu unterhalten. Besagte Künstler gaben Stücke von heimischen Sängern wie Udo Jürgens, Ludwig Hirsch und anderer bekannter Sänger sowie eigene Kompositionen zum Besten. Eine Tombola mit attraktiven Sachpreisen, gestiftet von den Mistelbacher Gewerbetreibenden, rundete das Programm ab.

Karl Wilfing: Morgen könnte andere Gemeinde betroffen sein

„So eine Idee gehört unbedingt unterstützt“, ist Mistelbachs Bürgermeister Erich Stubenvoll felsenfest überzeugt, nachdem Peter Weik der Stadtgemeinde Mistelbach seinen ausdrücklichen Dank ausgesprochen hat. Landtagspräsident Karl Wilfing betont in einer kurzen Ansprache zur offiziellen Einleitung des Events das Miteinander, welches nicht nur die einzelnen Gemeindebürger mit einbezieht, sondern auch die enge Zusammenarbeit der Gemeinden im Umkreis.

„Was im Juni in Schrattenberg passiert ist, das kann schon morgen in einer anderen Gemeinde geschehen“, so Wilfing, der zu einigen simplen Vorsichtsmaßnahmen wie der Beschaffung von Sandsäcken, Brettern und Pfosten zum Schutz des eigenen Heims aufrief.

Schrattenberg hält zusammen

Er lobt die Mithilfe der 840 Feuerwehrleute aus der Region, die innerhalb von weniger als 48 Stunden nach dem Niedergang der Hagelkörner von immenser Größe zur Stelle waren. Anerkennend sprach er über den Ort Schrattenberg und dessen Einwohner. „Der Ort hält zusammen, er ist bekannt für seine Kulinarik, die Winzer, die Volkstanzgruppe und die besondere Gastfreundschaft.“

Johann Bauer, Bürgermeister der betroffenen Gemeinde, berichtete über 600 beschädigte Gebäude, wovon es sich bei 400 davon um Wohnhäuser handle. Und er erwähnte die unglaubliche Solidarität der Bürger neben der Hilfe des Landes Niederösterreich: „Private Personen haben bei uns angerufen, um Planen, Dachziegel und finanzielle Hilfe bereitzustellen. Da wurde uns der Zusammenhalt der Bevölkerung bewusst und auch, dass wir nicht daran zu denken hatten, die Flinte ins Korn zu werfen.“

Eine Mischung aus Kulinarik aus der Region Mistelbach, den Klängen der Musiker und dem wunderbaren Wetter des Sommerausklangs ließ den Abend zum Erfolg werden. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern, freiwilligen Spenden, der Tombola und der Sachpreise im Gesamtwert von über 10.000 Euro gehen zur Gänze an das Schrattenberger Spendenkonto.