„So wenige Bäume wie möglich bei Busbahnhof fällen“. Für die Errichtung beim Bahnhof müssen seitens der Stadt Bäume gefällt werden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 18. August 2019 (04:34)
Michael Pfabigan
Seit zwei Jahren laufen die Vorplanungen für die Verlegung des Busbahnhofes vom Hauptplatz zum Bahnhof (oben). Bürgermeister Alfred Pohl und Infrastruktur-Stadtrat Peter Harrer glauben an die Vorteile des Projektes für Mistelbach.Pfabigan

Beim Bahnhof werden alle Bäume wegen einer Buswartehütte umgesägt? Zum Hauptplatz fahren künftig keine Busse mehr? Sicher ist, dass die Bus-Umstiegsstelle vom Hauptplatz zum Bahnhof verlegt werden soll. Was genau geplant ist, darüber gibt es aber mehr Gerüchte als Fakten. Die NÖN fragte nach.

Fakt ist: Der Busbahnhof am Hauptplatz soll kleiner werden. Das war schon ein Ziel beim Hauptplatzumbau anfang der 2000er-Jahre. Damals wurden die Stellplätze bereits reduziert. Heute warten bis zu zwölf Busse gleichzeitig, manche mit laufendem Motor, auf Abfahrtszeit und Fahrgäste.

„Wir werden bei den Nachpflanzungen aber die größten Bäume nehmen, die wir bekommen!“Peter Harrer (ÖVP), Infrastruktur-Stadtrat

„Der Verkehrsverbund Ostregion VOR vergibt jetzt die Konzessionen im östlichen Weinviertel für die nächsten zehn Jahre. Was jetzt festgelegt wird, kann bis 2030 nicht mehr geändert werden“, sagt Bürgermeister Alfred Pohl (ÖVP). Jetzt gebe es die Chance für eine Änderung und die Verlegung des Busbahnhofes, jenes Platzes, auf dem die Busse stehen und warten können, an einen anderen Ort. „Die ÖBB war derartigen Ideen sehr aufgeschlossen“, sagt Pohl, immerhin biete sich damit für den öffentlichen Verkehr die Möglichkeit, den Busverkehr besser auf den Bahnverkehr ein zu takten.

Was wird sich für den Konsumenten ändern? Knotenpunkt, wo sich alle Mistelbach anfahrenden 19 Buslinien treffen, wird der neue Busbahnhof beim Bahnhof sein, der entlang der Bahnstraße zwischen Arbeiterkammer und Bahnhof liegt. Hier warten die Busse auf ihre Abfahrt, hier kann umgestiegen werden. Ins Zentrum werden weiterhin Busse fahren: „Der VOR hat versprochen, dass stündlich mindestens zwei Busse das Zentrum anfahren werden“, sagt Pohl.

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Wermutstropfen dabei: Für den neuen Busbahnhof müssen einige Bäume entlang der Bahnstraße gefällt werden: „Solche Bäume können mit Nachpflanzungen nicht einfach ersetzt werden“, ist sich Pohl bewusst. Es werde Nach- und Ersatzpflanzungen im Zentrum geben, ganz ersetzen könnte das aber die gefällten, älteren Bäume nicht. „Aber es wird darauf geachtet, dass möglichst wenige Bäume umgeschnitten werden müssen“, sagt VP-Verkehrsstadtrat Peter Harrer.

Einerseits stehen die Bäume in einer Doppelreihe: Jene auf der Arbeiterkammer- bzw. Restaurant-Seite seien nicht betroffen. Und jene auf der rechten Straßenseite stünden abwechselnd am Straßenrand und in der „Park & Ride“-Anlage. Hier treffe es auch nur jene am Straßenrand. „Damit die Busse aus den Parkbuchten, die haifischzahnartig angeordnet werden, auch wieder rausfahren können“, sagt Harrer. Sonst gebe es Probleme mit der Baumkrone. „Wir werden bei den Nachpflanzungen aber die größten Bäume nehmen, die wir bekommen!“, verspricht Harrer.

Harrer: "Es wird grüner werden"

Wurden andere Standorte auch angedacht? „Ja“, sagt Harrer. Auf der anderen Seite des Bahnhofes, beim Güterbahnhof und an anderen Orten. Manches sei rechtlich nicht möglich gewesen, manches einfach nicht zielführend. „Der neue Standort muss halt auch attraktiv sein“, sagt Harrer.

Was geschieht mit dem frei werdenden Platz am Hauptplatz? „Meine persönliche Meinung: Es wird an den Mistelbachern liegen, hier die Funktionen zu definieren, was sie vom Hauptplatz erwarten“, sagt Alfred Pohl, der bei der Umsetzung nicht mehr Bürgermeister sein wird. „Es ist wie vor 20 Jahren: Man kann jetzt den Hauptplatz neu definieren.“ Geht es nach ihm, dann sollten mehr Ruhe- und Wohlfühlzonen auf dem Platz geschaffen werden.

„Und er wird grüner werden“, ist Harrer überzeugt. Auch wenn es nicht immer einfach sei, wegen vorhandener Bodeneinbauten Bäume zu pflanzen, werde man an diesem Thema arbeiten, so das Versprechen.