Streit um Miete: Schimmel und Baupfusch?. Seepark-Bewohner kämpft mit Vermieter um die Sanierung von Schäden und Bausünden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 14. Juni 2019 (03:40)
Michael Pfabigan
Der Mietwohnungsteil des Seeparks 1: In mehreren Wohnungen soll es, laut Aussage eines Mieters, Probleme mit Schimmel geben, die Handläufe in den Keller fehlen.

„Die haben von Anfang an mein Vertrauen missbraucht“, ärgert sich ein Mieter des Seeparks Mistelbach: Seine Mietwohnung in der Schilfgasse habe Schimmel in den Rigipswänden, Handläufe in den Keller seien nicht vorhanden, jene ins Obergeschoss nur leidlich befestigt.

Da trotz Urgenzen beim Vermieter die Mängel nicht behoben wurden und er sich nicht einmal ernst genommen fühlte, stellte er vor sieben Monaten die Mietzahlungen ein und forderte Mietzinsreduktion. Der Vermieter, die „Waldstraße Vermietungs GmbH & Co KG“, konterte ihrerseits mit einem Räumungsverfahren, um den nicht zahlungswilligen Mieter loszuwerden.

„Seit ich in der Wohnung wohne, ist meine Psoriasis (Schuppenflechte), die abgeheilt war, wieder um ein Vielfaches stärker ausgebrochen“Mieter

Nach einem Gerichtstermin sagte der Mieter zu, die ausständige Miete zu begleichen, um seinen Zahlungswillen zu bekunden. „Seit ich in der Wohnung wohne, ist meine Psoriasis (Schuppenflechte), die abgeheilt war, wieder um ein Vielfaches stärker ausgebrochen“, sagt der Mieter. Schuld daran sei der großflächige Schimmelbefall.

Dies wiederum glauben Vermieter und Hausverwaltung nicht: Er ziehe die Schimmelkarte, um sich im laufenden Rechtsstreit zu wehren, heißt es aus der Hausverwaltung. Von einem großflächigen Befall könne keine Rede sein, der Mieter hingegen verweist auf Aussagen von Vormietern, die einen ebensolchen andeuten: „Da wurde über die betroffene Rigipswand einfach drübergestrichen.“

Streitfall Handläufe: Für den Mieter sind sie lebensgefährlich und eine Bausünde, durch die bereits zwei andere Mieter gestürzt waren. Für den Vermieter eine erledigte Sache: „Der Bauträger hat bereits die Prüfung durch einen unabhängigen Sachverständigen zugesichert“, heißt es in einer Mail an die NÖN. Der Bauträger war die „Seepark Waldstraße Errichtungs GmbH“, hinterlegt ist bei dieser Firma, wie auch bei zahlreichen anderen im Umfeld des Seeparks, als Kontaktadresse die Bauen und Wohnen-Group von Alois Burian, der vor Ort als Bauherr des Seepark-Areals auftrat.

„Nach der Prüfung durch den Sachverständigen ist mit einer zeitnahen Behebung der Mängel zu rechnen“, heißt es in der Anfragebeantwortung der Hausverwaltung. Das steht allerdings im Widerspruch zu einem Baubescheid der Stadtgemeinde, die dem Vermieter die „unverzügliche Herstellung von Handläufen vom Kellergeschoss in das Erdgeschoss“ vorschreibt.

Mieter will nicht nachgeben

Darauf angesprochen konkretisiert die Hausverwaltung; „Bei manchen Reihenhäusern sind jedoch Ergänzungsarbeiten (zusätzliche Befestigung und/oder teilweise Neuherstellung) notwendig. Diese Baumängel aus der Zeit der Errichtung der Reihenhäuser werden durch den Bauträger innerhalb der gesetzten Frist behoben.“ Burian selbst wollte gegenüber der NÖN nichts mehr mit dem Projekt Seepark zu tun haben: „Da habe ich mich zurückgezogen.“

Der Mieter will nicht nachgeben. „Ich habe mich schon an die Mieterschutzvereinigungen gewandt“, sagt er im NÖN-Interview: Und auch der ATV-Show „Pfusch am Bau“ will er seinen Fall schmackhaft machen.