Wenig Chancen auf Schutz für alte Bausubstanz. Bundesdenkmalamt winkt bei der Erhaltung des ehemaligen Bank-Austria-Hauses ab.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 21. Februar 2019 (04:00)
Michael Pfabigan
Wenig Chancen für eine unter Denkmalschutzstellung des ehemaligen Bank- Austria-Hauses am Mistelbacher Hauptplatz. Für das BDA gibt es „nicht genug Denkmaleigenschaften“.

Für eine Unterschutzstellung des früheren Bank-Austria-Hauses am Mistelbacher Hauptplatz ist die denkmalschützerische Suppe wohl zu dünn. Im Erdgeschoß des Hauses befindet sich ein Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert, allgemein dürfte das Geburtshaus von Wilhelm Bernatzik eines der ältesten Häuser am Mistelbacher Hauptplatz sein.

Das Haus Hauptplatz Nummer 15 steht nicht unter Denkmalschutz, bestätigt das Bundesdenkmalamt. Und wird es auch nicht so schnell: Denn nach Abwägung der Daten, die das BDA über die Objekte am Hauptplatz gespeichert hat, finden die Denkmalschützer nicht genug „Denkmaleigenschaften“.

Und dass es das Geburtshaus von Wilhelm Bernatzik, einem Mitbegründer der Wiener Sezession war, zählt nichts? „Bei Klimt oder Schiele wäre das etwas anderes“, sagt Bernd Euler-Rolle, Fachdirektor beim Bundesdenkmalamt: „Es stellt sich die Frage, wie bedeutend eine Persönlichkeit war und wie das Haus und die Umgebung das Schaffen des Künstlers beeinflusst haben.“

„Wir können nicht einfach sagen, es soll alles bleiben, wie es ist. Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Hauseigentümern“Bernd Euler-Rolle, Fachdirektor beim Bundesdenkmalamt

Das müsse schon über die Zufälligkeit hinausgehen, sonst hätten Bestrebungen, ein Geburtshaus unter Schutz zu stellen, wenig Chancen, sagt der Denkmalschützer auf NÖN-Anfrage. Und auch das Gewölbe an sich sei noch kein Grund, ein Haus unter Denkmalschutz zu stellen: „Wir können nicht einfach sagen, es soll alles bleiben, wie es ist. Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Hauseigentümern“, sagt Euler-Rolle. Deshalb seien die Kriterien des BDA transparent gestaltet und auf der Homepage nachzulesen. „Wir schauen in solchen Fällen ganz genau hin, bevor wir etwas unter Schutz stellen.“

Die Diskussion um alte Bausubstanzen in Ortszentren findet Bernd Euler-Rolle grundsätzlich gut und richtig, meist drehen sich die Diskussionen um das bestehende Ortsbild. Und da müssten alle Instanzen zusammenarbeiten. In NÖ klappe das gut, sagt Euler-Rolle.