WÖV-Schlachthof: „Wie eine Familie“. Vor 25 Jahren sperrte der WÖV-Schlachthof zu, die Mitarbeiter treffen sich noch heute.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 15. November 2019 (04:02)
Mitarbeiter des WÖV-Schlachthofes in der Ebendorfer Straße trafen sich nach dem Aus des Betriebes vor 25 Jahren zum Erinnerungsaustausch.
zVg

Vor 50 Jahren wurde der Schlachthof WÖV in der Ebendorfer Straße gegründet, vor 25 Jahren wieder geschlossen. Der Zusammenhalt der ehemaligen Mitarbeiter ist nach wie vor groß, in regelmäßigen Abständen treffen sie sich zum Erinnerungsaustausch.

„Wir waren wie eine große Familie“, erinnert sich Gerhard Molik, der die Treffen organisiert. 1979, als die „Wirtschaft österreichische Verbände“ aufsperrte, hatte der Schlachthof in Mistelbach 80 Mitarbeiter, in Spitzenzeiten arbeiteten hier bis zu 120 Leute.

„Das Problem war halt, dass wir in Mistelbach ziemlich weit abseits des Schusses waren“, erzählt Molik: „Bei uns wurden Schweine aus dem Südburgenland geschlachtet, da haben wegen der schlechten und schmalen Straßen die Frächter bald die Lust verloren, zu uns zu fahren.“ Hätte es damals schon die Nordautobahn gegeben, íst Molik überzeugt, dann gäbe es den WÖV-Schlachthof noch immer.

"Mit fünf Mitarbeitern war da tote Hose"

Dass sich die ehemaligen Mitarbeiter heute noch sehen wollen, - zu den Treffen kommen selbst nach 25 Jahren noch immer an die 25 Ex-WÖV’ler -, liegt an der engen Verbundenheit, die die Belegschaft damals hatte. „Wir haben jeden Tag zwischen zwölf und 14 Stunden zusammengearbeitet, da sind Freundschaften entstanden, manche sind miteinander in den Urlaub gefahren“, erinnert sich Gerhard Molik. Und es sei immer etwas los gewesen. Als er dann zu einem Asparner Fleischerbetrieb gewechselt hatte, war ihm das anfangs zu ruhig: „Mit fünf Mitarbeitern war da tote Hose“, lacht er heute.

Legendär waren auch die „Nachbesprechungen“: „Wenn die jungen Bauernburschen, die bei uns gearbeitet haben, gewusst haben, dass daheim unangenehme Arbeiten warten, dann haben sie uns zum Heurigen eingeladen. Das hat dann länger gedauert. Und daheim haben sie erzählt, dass sie Überstunden machen müssen.“

Zu den Treffen sind alle ehemaligen WÖVler eingeladen. Interessenten können sich an Gerhard Molik, 0664 1707191, wenden.