Buch über Grenzen nach dem Ersten Weltkrieg

Der Historiker Walter Reichel aus Neubau widmete sich in seinem neuen Buch der Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 05:24
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Der Neubauer Historiker Walter Reichel widmet sich in seinem neuen Buch der Grenzziehung zwischen Österreich und Tschechien nach dem Ersten Weltkrieg.
Foto: zVg

Heute sind die Beziehungen zwischen Tschechien und Österreich freundlich, Diskussionen über die Grenzziehung gibt es keine. Das war nach dem Ersten Weltkrieg anders.

Der Neubauer Historiker Walter Reichel widmet sich in seinem Buch „Selbstbestimmungsrecht im Widerstreit“ nach jahrelangen Forschungen in österreichischen und tschechischen Archiven der Grenzziehung zwischen NÖ und Südmähren in den Jahren 1918-1919: „Das Selbstbestimmungsrecht der Völker galt nur für die Gewinner des Krieges. Die Verlierer - Österreich - hatten das Nachsehen“, sagt der Historiker.

Warum interessiert ihn das Thema? „Die Familie meines Vaters stammt aus Südmähren, wo sie bis zur Vertreibung 1945 gelebt hat. Ein neues Leben aufgebaut haben sie sich in Katzelsdorf, woher auch meine Mutter stammt. Bis ins Teenageralter habe ich jedes Wochenende und die Ferien bei meinen Großeltern und Onkel/Tante verbracht“, erzählt der in Wien aufgewachsene Reichel. Das Leben an der Grenze hat er so miterlebt.

Wichtig ist dem in Neubau lebenden Reichel die umfassende Betrachtungsweise des Themas: „Man kann sich nur dann ein authentisches Bild der Vergangenheit machen, wenn man durch den Spracherwerb einen Zugang zur Denk- und Wertewelt eines anderes Volkes erwirbt. Einseitige Betrachtungen sind für mich mit einem wissenschaftlichen Ethos unvereinbar.“ Er spricht Tschechisch und studierte die Quellen im Original.