Bürgermeister Gartner: „Die Politik macht Spaß“. Stephan Gartner will Gemeindebürger verstärkt einbinden.

Von Waltraud Hochleithner. Erstellt am 28. März 2020 (11:26)
Sieht die Situation entspannt:Neudorfs Bürgermeister Stephan Gartner.
Patrick Piller

So hätte sich niemand den Start in die neue Gemeinderatsperiode erwartet, macht doch die Coronakrise derzeit so gut wie alles unmöglich, was sich vor allem die neu gewählten Bürgermeister voller Enthusiasmus vorgenommen hatten.

Ziemlich entspannt sieht das Neudorfs neuer Ortschef Stephan Gartner: „Die Gemeinde läuft derzeit wie überall auf Notbetrieb, es gibt nur einen Journaldienst für dringende Angelegenheiten.“ Etwas Hektik war nur durch die wegen Coronafällen geschlossene Arztordination entstanden, aber auch das läuft inzwischen wieder in geordneten Bahnen. Auf der Gemeinde wurden Formulare erstellt, mit denen in der Ordination Medikamente bestellt werden können, die dann vom Verein „Neudorf hilft“ zugestellt werden.

„Politik hat mir immer schon Spaß gemacht. Die im Kleinen, wo man gestalten kann und Kontakt zu den Menschen hat.“ Bürgermeister Stephan Gartner (ÖVP)

Seine Ruhe in der aktuellen Lage führt Gartner darauf zurück, dass „ich mich gut auf neue Situationen einstellen kann und ein gutes G’spür für Menschen und ihre Bedürfnisse habe.“ Das habe ihn auch schon früh zu politischem Engagement in der Jungen ÖVP geführt. „Politik hat mir immer schon Spaß gemacht. Die im Kleinen, wo man gestalten kann und Kontakt zu den Menschen hat.“

Und diesen Kontakt will er intensivieren. Nach Ostern, sofern alles wieder läuft, will er mit den Bürgergesprächen starten und die Gemeindebürger zur Mitarbeit einladen. Den Anfang macht das Thema „Familie“. Er wünscht sich dazu eine Gruppe engagierter Menschen, die erarbeitet, was tatsächlich gebraucht wird. Diese Vorschläge sollen dann im Gemeinderat behandelt werden. Gartner hofft, dass diese Möglichkeit der Mitgestaltung gut angenommen wird, denn „für eine kurze Zeit sind Menschen eher dazu bereit, sich für die Allgemeinheit zu engagieren“. Weitere Themen sind Senioren, Mobilität und Grünraumgestaltung.

Grundsätzlich, so der Bürgermeister, solle Engagement von Gemeindebürgern zum Wohle aller von der Gemeinde unterstützt werden.

Neben dem Straßenbau und der Siedlungserweiterung ist ihm die Erhaltung der Teiche in der Gemeinde ein besonderes Anliegen. Sie sind allesamt von der Austrocknung bedroht, weil durch die geringeren Niederschläge das Wasser fehlt. In einem längerfristigen Projekt möchte er deshalb eine Nutzwasserleitung vom alten Hochbehälter in Zlabern zu den Teichen bauen, um deren Wasserversorgung sicherzustellen und damit das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Stephan Gartner ist mit viel Elan und Zuversicht bereit für die Arbeit: „Das Bürgermeisteramt bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten und auch große Verantwortung. Ich nehme die Herausforderung gerne an.“