Sendemast bleibt Streitthema. Gegner der geplanten Funkanlage sind empört. Aber Bürgermeister sagt, die Gemeinde kann nichts tun.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 21. August 2019 (04:36)
Szeker
So sieht das Areal heute aus, wo ein Sendemast der Firma Hutchinson errichtet werden soll.

Der Streit rund um einen geplanten Mobilfunkmast der Firma Hutchinson lässt die Gemeinde nicht los. Errichtet werden soll der Mast nämlich im Areal Mühlwiese, dieses wird von einigen als Bauhoffnungsland betrachtet. Außerdem entgehen der Gemeinde potenzielle Einnahmen, da die Anlage auf Privatgrund stehen wird.

Der Parteienzusammenschluss W.U.M. (WIR, UI, MHUM) geht von 5.000 bis 7.000 Euro im Jahr aus, was sämtlichen Vereinssubventionen entspräche. Angefangen hat die Debatte um den Funkmasten mit einer zufälligen Entdeckung im letzten Jahr: Als ein Grundeigentümer auf der Mühlwiese zur Baumfällung aufgefordert wurde, stellte sich heraus, dass am benachbarten Grundstück des damaligen Gemeinderates Josef Hager ein Mobilfunkmast errichtet werden soll.

350 Unterschriften gesammelt

Franz Treipl (ÖVP), der Bürgermeister zu dieser Zeit und der derzeitige Bürgermeister Erich Trenker (SPÖ) sagten dazu, dass die Gemeinde erst im Zuge des Antrages auf Baubewilligung vonseiten der Firma Hutchinson von der geplanten Errichtung erfuhr. Verhindern kann die Gemeinde den Bau aber nicht, sofern formal alles korrekt ist. „Im Lichte dieser Tatsachen finde ich die Aktivitäten der Projektgegner überzogen, da auch ihnen bekannt ist, dass das Projekt von Gemeindeseite nicht verhindert werden kann“, sagt Trenker.

Dennoch wurden etwa 350 Unterschriften gesammelt, um die Gemeinde zur Suche nach einem Alternativstandort aufzufordern und der NÖ-Mobilfunkpakt ins Gespräch gebracht. Im Juni stimmte der Gemeinderat mit den Stimmen der SPÖ und der ÖVP schließlich aber für die Errichtung der Anlage - auf Privatgrund. Hager ist nach der Wahl im März übrigens nicht mehr in den Gemeinderat gegangen, er war auf Listenplatz zwei der ÖVP.

Für Widerstand sorgt das Projekt trotz Beschlusses weiterhin: So wendet sich etwa die Kinderärztin Daniela Kainz-Riegler, welche in Mistelbach ihre Ordination betreibt und Mitinitiatorin der Unterschriftenaktion war, per offenem Brief an die Pillichsdorfer. Die Ärztin hinterfragt in dem Schreiben die Nähe des Sendemastes zum bewohnten Gebiet: Die Immissionswerte könnten laut der Ärztin bei dem zur Zeit vorgesehenen Standort ein Gesundheitsrisiko für die Bewohner in Pillichsdorf darstellen.

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