Schock für Tourismus-Team: Weitschacher muss gehen

Der bisherige Weinviertel-Tourismusmanager Hannes Weitschacher konnte sich bei Besetzung nicht durchsetzen.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:44
Hannes Weitschacher
Hannes Weitschacher war seit 2009 Chef des Weinviertel Tourismus. Bei der Neuausschreibung seines Jobs konnte er sich gegen einen Weinviertel-Newcomer nicht durchsetzen.
Foto: Weinviertel Tourismus

Das kam für alle überraschend. Nicht zuletzt für Hannes Weitschacher selbst. Der erfahrene Touristiker aus Retz fiel im Auswahlverfahren für die weitere Geschäftsführung der Weinviertel Tourismus GmbH (WTG) durch. Sein Vertrag läuft somit mit Jahresende aus.

Mehr als zehn Jahre lang war Weitschacher als Retzer-Land-Geschäftsführer engagiert, ehe er 2009 zur WTG wechselte. Nach einer Empfehlung des Rechnungshofes war die Niederösterreich Werbung nun damit beauftragt, die Geschäftsführerverträge auf eine branchenübliche Laufzeit von fünf Jahren umzustellen. Die Positionen der sechs Chefs in den Tourismusdestinationen wurden neu ausgeschrieben.

Für Weitschacher war klar, dass er sich wieder bewerben würde. „Ich bin nicht altersmüde und schon gar nicht jobmüde. Ich möchte richtig Gas geben!“, sagte der 58-Jährige in einem NÖN-Gespräch im Juni . Er habe noch schöne Projekte in der Pipeline.

Hannes Steinacker setzte sich durch

Doch die muss nun ein anderer umsetzen. Hannes Steinacker nämlich. Der Harmannsdorfer bekam nach dem Auswahlverfahren von der Jury den Vorzug. Weitschacher war hörbar geknickt. Mit 2022 ist die WTG für ihn Geschichte. „Ich hätte gerne weitergearbeitet und noch vieles bewegt“, sagte er in einer ersten Reaktion zur NÖN. Und nun? „Ich werde einen neuen Job suchen. Das Leben geht weiter.“

Für eine geordnete Übergabe werde er selbstverständlich sorgen und „den Neuen“ einschulen. Ersten Kontakt habe es schon gegeben. Wichtig sei, dass die Arbeit gut weitergeht und neue Ideen entstehen. Ob er Steinacker kannte? „Ich habe ihn gegoogelt.“

Tatsache ist auch, dass das gesamte Team der Weinviertel Tourismus GmbH von der Personalentscheidung kalt erwischt wurde: „Der Schock war extrem“, bestätigt Weitschacher.

Was letztlich den Ausschlag für den in der Region weitgehend unbekannten Steinacker gab, wollte die NÖ Werbung nicht verraten. Nur, dass nach einem Hearing durch einen externen Personalberater eine Jury mit NÖ-Werbung-Geschäftsführer Michael Duscher, Wirtschaftsverein-Vertreter Mario Pulker sowie je einem regionalen Vertreter der Tourismusverbände die Jury ihren Vorschlag abgab und über das hochkarätige Bewerberfeld erfreut gewesen sei.