Stellenabbau beim Kabelwerk "Gebauer & Griller". Handelsrückgänge setzen Gebauer & Griller unter Druck, die Firma ist aber gut aufgestellt.

Von Werner Kraus. Erstellt am 14. August 2019 (05:12)
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Das Kabelwerk Gebauer & Griller muss am Standort Poysdorf 50 Stellenabbauen. Schuld sind Rückgänge in der Automobilindustrie und imMaschinenbau.

Die Wirtschaftslage in den Kernmärkten der Gebauer & Griller-Gruppe, Automobil und Industrie, stellt sich bereits seit geraumer Zeit als äußerst schwierig dar. Nach mehreren Jahren des kontinuierlichen Wachstums kämpft besonders die Automobilindustrie mit starken Rückgängen.

Die europäischen Automobilhersteller verzeichnen erhebliche Umsatzeinbußen von fünf bis zu 20 Prozent. Aufgrund der derzeitigen Handelskonflikte liegen die Rückgänge in China im Vergleich zum Vorjahr im Mittel bei 16 Prozent, während die Region NAFTA (USA, Mexiko und Kanada) noch weniger betroffen ist.

Von dieser negativen Entwicklung sind auch alle Zulieferungsunternehmen betroffen und somit auch Gebauer & Griller. Die Firma liefert Komponenten für das Bordnetz der Autos. Auch in der Investitionsgüterindustrie ist ein Rückgang bemerkbar. So sind die Umsätze im deutschen Maschinenbau – ein weiterer wichtiger Kundenstamm von Gebauer & Griller – seit Ende 2018 um zwölf Prozent zurückgegangen.

Prognosen weisen auf langfristigen Trend hin

Alle Marktinformationen, Erwartungen der Kunden und Prognosen deuten darauf hin, dass es sich bei diesen rückläufigen Entwicklungen nicht um temporäre Schwankungen handelt, sondern um dauerhafte Veränderungen des Marktgefüges. Das Kabelwerk Gebauer & Griller muss diesen Entwicklungen als nachhaltig wirtschaftende Unternehmensgruppe gerecht werden. Nachdem in der GG Kabelwerke GmbH über die letzten drei Jahre rund 250 Stellen aufgebaut wurden, sei es vor dem aktuellen wirtschaftlichen Hintergrund unumgänglich, die Kapazitäten der Auslastungs- und Geschäftssituation anzupassen.

Neben zahlreichen anderen Maßnahmen bedeutet das für den Standort Poysdorf, dass in den kommenden Monaten rund 50 Arbeitsverhältnisse nicht fortgesetzt werden können. Diese Anpassung beträgt rund fünf Prozent der Personalressourcen und sei ein notwendiger Schritt, um die Zukunft des Standortes Poysdorf zu sichern.

Der Ausblick zeige, dass die Firma am Markt in wesentlichen Innovationsfeldern gut positioniert ist. „Als ein namhafter Marktgestalter in den Bereichen E-Mobilität, autonomes Fahren, Connected Mobility, aber auch Informationstechnologie für Industrie 4.0 versprechen wir uns in den kommenden Jahren erneutes Wachstum“, betont Geschäftsführer Holger Fastabend.

Bereits gewonnene Aufträge würden bestätigen, dass der Betrieb von den heute bekannten Megatrends profitieren wird. Die Effekte sollen ab 2021 positiv ins Gewicht fallen und stärken in der Firma die Überzeugung, dass Gebauer & Griller mittel- und langfristig ein sicherer Arbeitgeber sein wird.