Weit weg von den Löwingers. Die Theatergruppe Kronberg spielt den Bauerntheater-Klassiker „Der verkaufte Großvater“.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 17. April 2019 (03:30)

„So ein Großvater, der ist ein Luxusgut, der kostet Geld“, sagt Großvater Josef Romstorfer, der Sohn kassiert für den Senior 10.000 Schilling und der Alte übersiedelt auf den Hof des durchtriebenen Haslingers. Der weiß noch nicht, welches Inferno er sich damit eingehandelt hat.

Die Theatergruppe Kronberg spielt den Bauerntheaterklassiker „Der verkaufte Großvater“ von Anton Hamik. Am 13. April war im Pfarrheim Premiere. Es ist nach 2000 das zweite Mal, dass die Kronberger den „verkauften Großvater“ auf die Bühne bringen, Josef Romstorfer als Großvater und Johannes Holzer als Knecht Martl waren schon damals in der selben Rolle dabei. „Heuer hat sich die Maske leichter getan, als vor 19 Jahren“, lacht Theater-Doyen Josef Romstorfer.

Warum die Stückauswahl? „Beim Bühnenjubiläum im Vorjahr sind wir wieder auf den Geschmack gekommen und haben beschlossen, das Genre Bauerntheater in Kronberg wieder zu beleben“, sagt Romstorfer.

Seine Bühnenpremiere gab in souveräner Art und Weise Daniel Haas als Kreithofer-Jungbauer, Bernhard Romstorfer mimte den Bauern, der seinen Vater verkauft. Leopoldine Holzer ist die leidgeprüfte Magd Zenz, die vom Hof vor dem umtriebigen Großvater flüchtet - nur um just auf jenem Hof anzuheuern, auf den der Großvater verkauft wurde. Derm Haslinger, gespielt von Robert Romstorfer und seiner Gattin Kerstin Mittermayer wird erst später klar, was sie sich mit dem schelmischen Senior eingehandelt haben, das bessere Ende hat da Tochter Eva, gespielt von Tamara Holzer.

In Summe flaches Bauerntheater? Nein: Die Kronberger schaffen es, den Plot ohne übertriebene Überhöhungen à la Löwingerbühne herunterzuspielen. Und auch wenn die Geschichte mit dem Rollenbild etwas aus der Zeit gefallen wirkt und mit Schilling bezahlt wird: Es ist ein rundes Ganzes.

Fazit: „Mit mir wirst eine Freude haben, da wird‘s dir kalt über den Buckel laufen“, verspricht Großvater Josef Romstorfer dem Haslinger. Dem lief es dann auch kalt den Buckel runter. Dem Premierenpublikum aber gefiel‘s, kalt war’s maximal vor den Türen des Pfarrheimes.

Karten & Co

Vorstellungen: Gespielt wird noch am Freitag, 26. April, 20 Uhr und Samstag, 27. April, 19 Uhr im Pfarrheim Kronberg.

Kartenreservierung unter 02245 2725-17 (Mo-Do bis 16 Uhr) oder 0664 3259281.

Infos: www.theatergruppekronberg.at