Schmerzlicher Verlust: Nahversorger sperrt zu

Mit 30. November schließt der Adeg-Markt in Rabensburg für immer.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 05:04

Der Markt ist eine Filiale der Herrnbaumgartner Bäckerei Bauer, die ihre Backwaren am ecoplus-Standort in Poysdorf produziert. Firmenchef Karl Bauer: „Wir sind seit jeher um Regionalität und um die Nahversorgung bemüht. Wir füllen deshalb oft entstanden Lücken, in Kooperation mit Adeg, als Greißler vor Ort.“

In Rabensburg wurde von Bauer deshalb der bestehende Adeg-Markt vor zehn Jahren übernommen. Das neu errichtete Einkaufszentrum mit Spar und Hofer in Hohenau, die Corona-Pandemie, Löhne für vier Mitarbeiter sowie hohe Miet- und Energiekosten machen die Führung der Filiale in Rabensburg nun unwirtschaftlich. Eine Weiterführung wäre kaufmännisch unverantwortlich. Bürgermeister Wolfram Erasim (SPÖ): „Rabensburg verliert durch das „Aus“ des Adeg-Marktes den Nahversorger und den Postpartner. Es droht, dass es niemanden gibt, bei dem sich unsere vor allem ältere Bevölkerung ohne Auto, mit dem Lebensnotwendigsten versorgen kann“.

Neues Kaufhaus soll in die ehemalige Postfiliale

Deshalb hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Räumlichkeiten der ehemaligen Postfiliale für ein Kaufhaus zu adaptieren. Entsprechende Investitionskosten sind natürlich aufzubringen. Eine Betreiberin, „Kaufhaus Gabi“, wäre gefunden und mit dem „Nah und Frisch“-Großhändler Kienast ein starker Partner im Boot.

Natürlich muss die Finanzierung des Projekts gesichert sein. Deshalb hat ein Gespräch mit Wolfgang Fuchs, Wirtschaftskammer Niederösterreich, stattgefunden, der erklärte, dass das Vorhaben förderungswürdig sei. „In Sanierungsgemeinden betrage die Förderung von NAFES (NÖ Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Stadtzentren) 40 Prozent, 35 Prozent sollen über die Mieteinnahmen von der Pächterin im Laufe von zehn Jahren hereinkommen,“ so Fuchs. Bürgermeister Erasim hat nun namens der Gemeinde an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Ersuchen um Hilfe herangetragen.