Schweinbarther Kreuz: Der Kampf geht weiter. Gerhard Mayer will Stimmung für Weiterführung befeuern.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 07. Februar 2020 (04:23)
Als die Züge auf dem Schweinbarther Kreuz noch gefahren sind, waren in den Fahrzeugen viele Plätze leer. Bei der letzten Fahrt am 15. Dezember waren nicht einmal Stehplätze frei. Die Fahrgäste winkten mit Taschentüchern.
Szeker

Die Gemeinderäte der Ortschaften entlang des Schweinbarther Kreuzes verabschiedeten Resolutionen, die „Initiative Weinviertel auf Schiene“ sammelte 3.500 Unterschriften und Gerhard Mayer gründete die Plattform „Regionalbahn statt Bus“: Alles, um die Bahnlinie vor dem Tod zu bewahren.

Gelungen ist das vorerst zwar nicht, denn am 15. Dezember fuhr der letzte Zug über die Gleise. Grund dafür ist, dass der Betrieb bei Fahrgastzahlen unter 2.000 täglich nicht wirtschaftlich sei. Seit September fahren zudem bereits Busse auf zwei neuen Routen des VOR. Allerdings hat die Graz Köflacher Bahn Interesse an der Weiterführung der Bahnlinie bekundet.

Um das Land NÖ zu einer Kursänderung zu bewegen, damit dieses die GKB mit dem Bahnbetrieb beauftragt, wird jedoch eine entsprechend intensive Nachfrage vonnöten sein. Die Plattform „Regionalbahn statt Bus“ wirbt daher auch auf der Internetseite mein.aufstehen.at mit einer Online-Petition für das Schweinbarther Kreuz.

   
Szeker

Mit dem Projekt „RESTART R18“ wird nämlich eine Vision verfolgt: Von Groß-Schweinbarth in 32 Minuten nach Leopoldau. Funktionieren soll das mithilfe einer direkten Anbindung an die Laaer Ostbahn. „Dies wäre eine echte Verbesserung für alle Pendler, Schüler, Studenten und Besucher unserer Region und würde sofort angenommen werden“, ist sich Gerhard Mayer, Initiator von „Regionalbahn statt Bus“ sicher. Auch Franz Weintögl, GKB-Direktor, ist positiv gestimmt: „Die Regionalbahn Weinviertel kann das Rückgrat eines leistungsfähigen, umweltfreundlichen und zukunftsorientierten öffentlichen Verkehrssystems im südlichen Weinviertel werden“, sagt er.

Die Unterschriften der Online-Petition sollen jedenfalls bei den verantwortlichen Stellen im Land Niederösterreich, bei den ÖBB und im VOR für Bewegung sorgen. Große Hoffnungen setzten die Bahnbefürworter offensichtlich auf die neue grüne Bundesministerin Leonore Gewessler. Mit ihrem Zitat „Schienen in die Zukunft legen ….“ verweist die Bahn-Initiative darauf, dass die Gleise in der Region bereits seit über 100 Jahren vorhanden sind.

Am 17. Februar findet in Großengersdorf eine Präsentation des Konzeptes „RESTART R18“ statt. Nähere Infos sind aber noch nicht bekannt.