Ein öKlo für den Laaer Spielplatz. Wolkersdorfer Start-up stellt erste Mobiltoilette im Bezirk in der Thermenstadt auf.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. April 2019 (03:40)
Uli Mattes
Ein chemiefreies öKlo für den Kinderspielplatz in der Bahngasse: Gemeinderätin Helga Nadler, Stadtrat Karl Schäffer und die öKlo-Mitarbeiter Christian Schöner und Christoph Gall.

Innovation am Laaer Spielplatz in der Bahngasse: Damit Kinder und Eltern während des Spiels auch schnell mal auf die Toilette gehen können, wurde ein öKlo des gleichnamigen Wolkersdorfer Unternehmens probeweise aufgestellt.

Für vorerst sechs Monate steht das barrierefreie mobile Klo jetzt am Spielplatz. Was ist das Besondere dran? Das öKlo verzichtet auf jegliche Chemie, die Benutzer streuen einfach Sägespäne über ihre Geschäfte. Natürlich gibt es Klopapier und Desinfektionsmittel für Hände und Klobrille. Die wöchentliche Entleerung erfolgt über das Unternehmen selbst. Und aus den Fäkalien wird binnen zwei Wochen Komposterde.

„In Zukunft werden wir uns überlegen müssen, ob wir Trinkwasser einfach beim Klo runterspülen können“Brigitte Ribisch

Wie kommt das öKlo nach Laa? „Bei einer Veranstaltung in Zwentendorf habe ich einen ehemaligen Schüler getroffen, der arbeitet bei öKlo“, erzählt Bürgermeisterin Brigitte Ribisch, „Er hat mir von ihrem Projekt erzählt und ich vereinbarte eine Präsentation.“ Besonders gefallen hat Ribisch die Philosophie hinter dem öKlo: „In Zukunft werden wir uns überlegen müssen, ob wir Trinkwasser einfach beim Klo runterspülen können“, das öKlo sei ein Beispiel, wie man Wasser sparen kann.

Ribischs Ziel ist es, das öKlo auch beim Zwiebelfest einzusetzen. „Aber da muss ich erst die Bürgermeister der Region überzeugen“, gesteht sie. In das vorhandene Konzept mit Personen, die sich um die bisherigen Toiletten gekümmert haben, passt das Öklo allemal, denn auch das muss gewartet und das Zubehör bestückt werden.

Wie schwer ist es, auf dem lokalen Markt Fuß zu fassen? „Wir fahren überall hin. Aber in Niederösterreich haben wir den kleinsten Teil unserer Umsätze gemacht“, lacht Firmengründer Niko Bogianzidis. Das Potenzial sei zwar da, es dauere aber, bis man die Meinungsträger überzeugt. „In Wolkersdorf haben wir einen Standort, das ist eine nachhaltige, grüne Gemeinde. Aber aufs Kellerfest in Pillichsdorf schaffen wir es nicht“, sagt Bogianzidis, „Da haben wir keine Chance. Noch nicht.“ Das Zwiebelfest sei eine großartige Möglichkeit, den Weinviertlern die Vorzüge ihres öKlos zu präsentieren, ist Bogianzidis überzeugt.

200 mobile Toilettenanlagen von öKlo

Das Wolkersdorfer Start-up öKlo war mit seiner Idee bei der Puls4-Sendung „2 Minuten, 2 Millionen“, Milliardär Hans Peter Haselsteiner entschied sich dort für eine Investition, die entsprechenden Verträge wurden im Dezember unterzeichnet; öKlo hat derzeit 14 Mitarbeiter, Tendenz steigend, und betreibt momentan um die 200 mobile Toilettenanlagen.

Erfunden wurde das öKlo übrigens beim Reggae-Festival in Falkenstein. Dort suchten die Veranstalter nach Alternativen zu den allseits unbeliebten Chemie-Toiletten.