Asparn: Der Balkon, Lack, Leder und Seitensprünge. „Es war der postkoitale Fluchtreflex“ sagt Christoph Fälbl alias Bob, als er sich auf den Nachbarbalkon rettet und prompt dort vom Ehemann der Dame des Hauses ertappt - und für deren Liebhaber gehalten wird. Dabei kommt er ja von der Frau Nachbar... Die Komödie „Ein Seitensprung zuviel“ feierte am 11. August am Filmhof in Asparn gelungene Premiere: Intendant Michael Rosenberg und sein Team brachten unter Regie von Andy Hallwax eine witzige, flotte Inszenierung auf die Bühne, die einen Abend auf zwei benachbarten Balkonen schildert - und den außerehelichen Aktivitäten der Nachbarn.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 12. August 2020 (07:05)

Sehr gut der Hausherr Michael Rosenberg als ehebrechender Phil: „Betrogene Ehemänner sind die totalen Witzfiguren“, prahlt er bei seiner Freundin Nancy alias Nina Hartmann - und ahnt nicht, dass ihm Christoph Fälbl alias Bob seinerseits Hörner aufsetzt. Fälbl selbst kann sein komödiantisches Können genau richtig einsetzen - keinen Deut zuviel - und ist mit Adriana Zartl alias Dorothy, Gattin von Phil Rosenberg und Geliebte von Bob Fälbl ein kongeniales Duo, das auf der Bühne nicht nur spielt, sondern auch sichtlich Spaß hat.

Rosenbergs Geliebte und Nachbarin Nancy wird von Nina Hartmann gespielt - frivol, leicht bekleidet und keck. Der wirkliche Depp in der Story ist Nancys betrogener Ehemann John alias Martin Leutgeb - er checkt nix, wird von der Frau gehörnt und dann noch beruflich erpresst - und fährt den labilen Emotions-Rollercoster bis zum für ihn glücklichen Ende. Denn auch wenn fast alle begreifen, dass jeder jeden betrügt - er ist der Supermann, für den sich alles zum Besten wendet. Und die beiden betrügerischen Paare? Für die scheint dann auch alles zu passen.

Nicht unwesetlich auch, dass Rosenberg weite Teile des Stückes mit seiner ManU-Unterhose spielt, Hartmann im sexy Höschen und Zartl im Kätzchen-Domina-Lack-Leder-Kostüm. Fälbl ist Fälbl, was auch reicht.

„Ein Seitensprung zuviel“ war als zweite Produktion des Jahres 2020 am Filmhof geplant. Corona machten Rosenberg und Co einen Strich durch die Rechnung, das eigentlich geplante Hauptstück für 2020, die „Pension Schöller - reloaded“, wurde auf 2021 verschoben. Und Rosenberg und Zartl sind fix dabei.

Fazit: Gelungenes, spritzig-witziges Sommertheater rund um Liebe, Betrug und Täuschung. Flott inszeniert, mit vielen Gags und einigem an Erotik. Echt sehenswert.

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Nächste Vorstellungen: 12., 26., 27., 28., 29., 30. August, 3., 4., 5., 6 ., 10., 16., 17., 18., 19. September, Beginn: 20 Uhr, sonntags 18 Uhr.

Infos: www.filmhof.at

Karten: www.noen.at/ticketshop