Wie stabil ist das Mistelbacher Zentrum?. An drei Stellen wird analysiert, wie der Untergrund unter dem Hauptplatz beschaffen ist.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:56)
Anfang November werden drei Tiefenbohrungen am Mistelbacher Hauptplatz durchgeführt. Damit soll Auskunft über die Bodenbeschaffenheit im Untergrund erlangt werden. So soll ein für alle Mal klar werden, ob eine Tiefgarage auch in finanziell sinnvollem Rahmen technisch realisierbar ist.
Michael Pfabigan

Die Stadtgemeinde Mistelbach wird mit der HTL Krems Anfang November drei Tiefenbohrungen am Mistelbacher Hauptplatz durchführen lassen, um Auskunft über die geologischen Bodenbeschaffenheiten unter der Asphaltdecke zu erlangen. Die Untersuchungen werden Grundlage für die Entscheidung sein, ob es überhaupt theoretisch möglich ist, unter den Hauptplatz eine Tiefgarage zu errichten – ein immer wieder an die Stadtgemeinde herangetragener Wunsch.

Kurzfristig vor der montäglichen Gemeinderatssitzung schlugen die Experten der HTL Krems vor, auch einen Geotechniker für die Untersuchungen beizuziehen, um die noch frischen Bohrkerne auf Wassergehalt, Druckfestigkeit, Dichte und Kompressionsfähigkeit zu untersuchen.

Werden die nicht sofort durchgeführt, müssten entsprechende Bohrungen wiederholt werden, neuerliche Kosten würden anfallen. Das Gutachten wäre dann für mehrere Jahre gültig: „Der Untergrund ändert sich ja nicht“, begründete Bürgermeister Erich Stubenvoll (ÖVP). Da der Vorschlag kurzfristig bei der Gemeinde eingelangt war, wurde er auch ebenso kurzfristig in die Gemeinderatssitzung gehievt, FPÖ-Gemeinderätin Elke Liebminger protestierte gegen die Vorgangsweise.

Heinrich Krickl (LaB) fand die Vorgangsweise ebenfalls suboptimal, die Intention allerdings gerechtfertigt. Stattdessen forderte er Zugang zu den Untersuchungsergebnissen, sobald sie vorliegen: „Nicht, dass wir denen wieder nachlaufen müssen.“ Der zuständige Stadtrat Peter Harrer (ÖVP) versprach die umgehende Information des Gemeinderatsausschusses. Außerdem regte Krickl an, den Untergrund auch chemisch untersuchen zu lassen: „Wir wissen gar nicht, was da alles unter der Oberfläche ist“, begründete Krickl. Was man weiß, ist, dass sich am südlichen Ende einmal eine Tankstelle befand.