Weniger Bürokratie: Einchecken ohne Papier . Die Plattform „ibindo“ macht‘s möglich, mit Online-Formular und Handysignatur.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 22. August 2020 (03:52)
Michael Brayer, Stefan Romstorfer und Daniel Haas haben die Plattform „ibindo“ entwickelt, welche es Hotelgästen erlaubt, das Gästeblatt schon zuhause auszufüllen.
zVg

„Man sollte nicht glauben, wie viel Bürokratie die Vermietung einer Wohnung mit sich bringt“, stöhnt der Ulrichskirchner Daniel Haas. Er und eine Freundin boten über Airbnb die leer stehende Wiener Wohnung seiner Schwiegereltern an: „Ich musste ständig vor Ort sein, um unseren Gästen das Gästeblatt zu erklären und unterschreiben zu lassen.“

Das ist notwendig, damit die Gäste ordnungsgemäß bei der Behörde gemeldet werden, und dient dann auch zur Abrechnung der Ortstaxe bei der Gemeinde. „Diese Arbeiten kosten einem Vermieter einiges an Zeit“, schildert Haas.

Und er begann zu überlegen, wie man diese besser nutzen könnte: „Beim Postler klappt das Unterschreiben ja auch mit Handysignatur oder Signatur Pad“, sagte sich der Ulrichskirchner und entwickelte mit den zwei Freunden Webdesigner Stefan Romstorfer und Softwareentwickler Michael Brayer die Plattform „ibindo“, mit der eine günstige Online-Lösung für Gästeblatt, Nächtigungsstatistik und Co geschaffen wurde.

Es gab zwar Hotelsoftware-Anbieter, aber die waren zu teuer und mit den Lösungen ziemlich veraltet, sagt Haas: Der Gast bekommt schon im Vorfeld das Online-Formular zugeschickt, er kann es dann bequem zuhause ausfüllen und braucht sich am Urlaubsort nicht mehr mit dem Papierkrieg auseinandersetzen. Und für den Vermieter werden am Monatsende Statistik und Ortstaxe berechnet.

„Das Interesse ist wirklich erstaunlich und wir hatten bereits einen Termin im Bundesministerium mit Vertretern der Statistik Austria und dem Leiter der Tourismus-Politik in Österreich, die uns ebenfalls unterstützen“, schildert der Plattformgründer. Kontakte gibt es auch mit einer großen Hotelkette.

Nächster Schritt: „Mit der Gemeinde Wolkersdorf starten wir im August vielleicht auch das erste Pilotprojekt, um auch eine Gemeinde-Schnittstelle anzubieten“, kündigt Haas an.