Streit mit Anrainern: "Dann bau ich eine Moschee!". Bauherr erwartet sich Entgegenkommen in Rosenbergen.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:11)
Rosenbergen, eine ruhige Wohnstraße in Unterolberndorf. Seit es immer wieder Anzeigen für parkende Anrainer gibt, suchen sich die Bewohner Alternativen. Bauunternehmer Friedlmayer kündigt weitere Anzeigen an.
Michael Pfabigan

Leopold Friedlmayer ist verärgert: „Die sollen sich dort in Rosenbergen nicht blöd spielen und versuchen, mein Bauprojekt zu verzögern. Sonst verkauf ich das Grundstück an ein paar Türken und die bauen eine Moschee hin. Ich kenn‘ genügend, die das machen würden.“

Verärgert hat den streitbaren Bauunternehmer nicht nur die Tatsache, dass den Nachbarn der Bau eines fünfetagigen Doppelwohnhauses zu hoch erscheint, sondern auch, dass Bürgermeister Markus Koller ein zweites Ortsbildgutachten in Auftrag gegeben hat. „Ich weiß nicht, was der hat: Das erste war in Ordnung“, poltert Friedlmayer, der nicht einsehen will, dass er sein Bauprojekt abändern soll. Aus seiner Sicht könnte sofort mit dem Bau begonnen werden.

„Es wird gebaut, wie ich geplant habe. Und jeden Millimeter, den ich ändern muss, den büßt die Gemeinde“, sagt Friedlmayer: „Ich geh wieder weg, aber die wohnen dort. Wenn ich verkaufe, dann sicher nicht an Österreicher.“ Er habe genügend Grundstücke, er müsse nicht unbedingt in Unterolberndorf bauen. Und wenn er verkaufe, dann sicher nicht mit Verlust.

Gespräche nächste Woche geplant

Sollte man weiter versuchen, ihm in sein Bauprojekt, solange er im Rahmen des Gesetzes baue, hineinreden zu wollen, kündigt der Unternehmer an, Anrainer, die widerrechtlich auf der Straße parken, anzeigen zu wollen: „Noch mach‘ ich das nicht“, sagt er. Aber er könne das machen wie vor Jahren in Gerasdorf: Da habe er zwei Mitarbeiter aufgenommen, die seien den ganzen Tag über gefahren und hätten Anzeigen verfasst. „Die werden dann pro Anzeige bezahlt“, sagt Friedlmayer und merkt an: „Noch können sie ja ausweichen, aber im Winter schau ich mir an, wo sie parken werden.“

Nächste Woche gibt es ein Gespräch zwischen Bürgermeister Koller und Friedlmayer. Was er sich davon erwarte? „Nichts“, sagt der Bauunternehmer.

Der Gemeindechef will die Aussagen Friedlmayers vor dem Gespräch nächste Woche nicht kommentieren.